Kaminofen als Zusatzheizung: Kosten, Regeln und was zu beachten ist
- Ein Kaminofen ist vor allem eine Zusatzheizung für Behaglichkeit und Übergangszeit - als alleinige Hauptheizung eignet er sich nur in Ausnahmefällen.
- Moderne Öfen kosten inklusive Montage meist rund 3.000 bis 6.000 Euro und müssen die EU-Ökodesign-Emissionsgrenzen einhalten.
- Eine bundesweite Austauschpflicht für Altgeräte wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht - die Vorgaben sind landesrechtlich, der Rauchfangkehrer prüft regelmäßig.
- Ein wasserführender Kaminofen speist Wärme ins Heizsystem und den Pufferspeicher ein und kann so eine bestehende Heizung sinnvoll ergänzen.

Der Kaminofen - Behaglichkeit und Zusatzwärme
Kaum eine Wärme ist so behaglich wie die eines knisternden Holzfeuers. Genau das ist die Stärke des Kaminofens: Er sorgt für Atmosphäre und liefert an kühlen Abenden oder in der Übergangszeit günstige Wärme, ohne dass die Zentralheizung anspringen muss. Als Zusatzheizung ist er ideal - als alleinige Hauptheizung fürs ganze Haus dagegen nur in gut gedämmten, kleinen Gebäuden geeignet, weil er die Wärme punktuell und nicht gleichmäßig verteilt.
Was ein Kaminofen kostet
Ein moderner Kaminofen kostet inklusive Montage und Zubehör meist rund 3.000 bis 6.000 Euro - je nach Größe, Material und ob ein Schornstein vorhanden ist oder neu gebaut werden muss. Der Brennstoff Scheitholz ist mit rund 7 Cent pro Kilowattstunde günstig, wer eigenes Holz hat, heizt fast zum Nulltarif. Über den Preis entscheiden aber vor allem die Anschlusssituation und die Qualität von Ofen und Verbrennungstechnik.
Emissionsregeln: sauber verbrennen
Weil Holzöfen Feinstaub ausstoßen, müssen neue Öfen die EU-weiten Ökodesign-Grenzwerte einhalten - moderne Geräte verbrennen dank ausgefeilter Luftführung deutlich sauberer als alte. Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keine bundesweite Austauschpflicht für bestehende Altöfen; die Vorgaben sind landesrechtlich geregelt, und der Rauchfangkehrer überprüft die Anlage regelmäßig. Wichtig für saubere Verbrennung und wenig Feinstaub: trockenes, gut gelagertes Holz und richtiges Anheizen von oben.
Wasserführend: mehr als nur Zimmerwärme
Eine besonders sinnvolle Variante ist der wasserführende Kaminofen. Er gibt nicht nur Wärme an den Raum ab, sondern führt einen Teil über einen Wärmetauscher ins Heizsystem und den Pufferspeicher - so unterstützt er die Zentralheizung und macht sogar Warmwasser. In Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage ergibt das ein flexibles System. Solche Anlagen sind teurer, dafür kann ihr Beitrag zur Heizung je nach Nutzung förderbar sein.
Kaminofen, Pellets oder Hackgut?
Wer nur gelegentlich zuheizen und das Feuer sehen will, ist mit dem klassischen Kaminofen bestens bedient. Wer dagegen automatisch und ohne tägliches Nachlegen mit Holz heizen will, ist mit einer vollautomatischen Pelletsheizung oder - bei großem Bedarf - einer Hackschnitzelheizung besser bedient. Der Kaminofen ist die Ergänzung, nicht der Ersatz für die Zentralheizung.
Häufige Fragen
Muss ich meinen alten Kaminofen in Österreich austauschen?
Eine bundesweite Austauschpflicht wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Die Vorgaben sind landesrechtlich, und der Rauchfangkehrer prüft die Anlage. Bei sehr alten, unsauber verbrennenden Öfen kann ein Austausch dennoch sinnvoll oder örtlich vorgeschrieben sein.
Kann ein Kaminofen mein Haus alleine heizen?
Nur in Ausnahmefällen - etwa in einem kleinen, sehr gut gedämmten Haus. In der Regel ist er eine Zusatzheizung; die gleichmäßige Grundwärme liefert die Zentralheizung.
Was bringt ein wasserführender Kaminofen?
Er speist einen Teil der Wärme ins Heizsystem und den Pufferspeicher ein und unterstützt so die Zentralheizung und die Warmwasserbereitung - deutlich mehr Nutzen als ein reiner Zimmerofen, dafür aufwendiger und teurer.