Energie und Strom in Österreich: ein Überblick

Aktualisiert am 4. Juli 2026
Energie und Strom in Österreich: ein Überblick

Österreichs Energiewirtschaft ist in einer Sache europäischer Vorreiter: beim hohen Anteil erneuerbarer Energie. Wie das Land seinen Strom erzeugt, wer die Akteure sind und wohin die Reise geht - ein kompakter Überblick.

Der Strommix: geprägt von Wasserkraft

Kein anderes Merkmal prägt Österreichs Stromversorgung so stark wie die Wasserkraft. Rund 60 Prozent des heimischen Stroms stammen aus ihr - dank der Alpen und der großen Flüsse ein natürlicher Standortvorteil. Die genauen Anteile weist die Stromkennzeichnung der E-Control jährlich aus. Rund 13 Prozent kommen aus Windkraft, ein wachsender Anteil aus Photovoltaik, der Rest - grob ein Fünftel - aus thermischen Kraftwerken, der Wärmekraft. Dieser hohe Erneuerbaren-Anteil ist der Grund, warum Österreichs Strom vergleichsweise sauber ist.

Die Akteure

Die österreichische E-Wirtschaft ist föderal organisiert. Neben dem bundesweit tätigen Verbund als größtem Erzeuger gibt es die Landesenergieversorger in jedem Bundesland sowie zahlreiche regionale und kommunale Anbieter. Getrennt davon betreiben die Netzbetreiber die Strominfrastruktur - sie sind reguliert und unabhängig vom Stromverkauf. Über allem wacht die Regulierungsbehörde E-Control, die unter anderem die Netzentgelte festlegt und den Markt überwacht.

Netze und Preise

Der Strompreis für Haushalte setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Energiepreis (rund 40 Prozent), den Netzentgelten (etwa ein Drittel) sowie Steuern und Abgaben. Wechseln kann man nur den Energieteil - über einen Anbieterwechsel. Die Netzentgelte hängen vom Wohnort ab und werden jährlich von der E-Control festgelegt; sie steigen tendenziell, weil der Netzausbau für die Energiewende viel Geld kostet. Wie sich die Preise aktuell entwickeln, zeigt der Ratgeber zu den Strompreisen.

Die Energiewende: Ziel 100 Prozent Ökostrom

Der Umbau ist gesetzlich verankert. Das Erneuerbare-Ausbau-Gesetz (EAG) setzt das Ziel, den Strom bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken - ein Zubau von 27 Terawattstunden, vor allem aus Photovoltaik und Wind. Neue Instrumente wie Investitionszuschüsse, die Marktprämie und die Energiegemeinschaften treiben den Ausbau voran. Ab Oktober 2026 modernisiert das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) den Rahmen weiter.

Die Herausforderungen

Der Weg ist ambitioniert. Der PV-Ausbau läuft schnell, doch bei der Windkraft bremsen lange Verfahren, und der Netzausbau kommt dem Zubau an Erzeugung nicht immer nach. Gleichzeitig verändern intelligente Netze, Speicher und E-Mobilität das System grundlegend - von der Einbahnstraße hin zu einem flexiblen, digitalen Stromnetz. Österreichs E-Wirtschaft steht damit vor dem größten Umbau ihrer Geschichte, mit einer starken erneuerbaren Basis als Ausgangspunkt.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Haushalte und Betriebe eröffnet der Umbau viele Möglichkeiten: eigenen Strom mit PV erzeugen, in einer Energiegemeinschaft teilen, mit dynamischen Tarifen sparen und auf klimafreundliche Heizung und Mobilität umsteigen. Wer die Zusammenhänge kennt, trifft bei Strom, Heizung und Auto die besseren Entscheidungen - genau dabei will dieses Magazin unterstützen.