Netzkosten in Österreich 2026: Netzentgelte nach Bundesland im Vergleich
- Netzkosten machen rund ein Drittel der Stromrechnung aus - anders als der Energiepreis lassen sie sich nicht durch einen Anbieterwechsel senken.
- 2026 steigen die Strom-Netzentgelte im Schnitt nur um 1,3 % (rund 5 Euro pro Jahr) - regional aber sehr unterschiedlich.
- Am stärksten trifft es Burgenland (+16 %), Tirol (+11 %) und Niederösterreich (+7 %); in Salzburg (-9 %), Wien und mehreren Ländern sinken sie sogar.
- Grund ist die Kombination aus hohen Netz-Investitionen und sinkendem Stromverbrauch: Die Kosten verteilen sich auf immer weniger Kilowattstunden.

Was Netzkosten sind - und warum Sie sie nicht wegwechseln können
Netzkosten sind die Gebühr dafür, dass der Strom vom Kraftwerk bis zu Ihrer Steckdose transportiert wird. Sie decken Bau, Betrieb und Instandhaltung der Leitungen, Umspannwerke und Zähler ab und machen in Österreich rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung aus. Der Rest entfällt auf den Energiepreis (etwa 40 Prozent) sowie auf Steuern und Abgaben (rund 30 Prozent).
Der entscheidende Unterschied zum Energiepreis: Das Netzentgelt können Sie nicht durch einen Anbieterwechsel senken. Es hängt allein davon ab, in welchem Netzgebiet Sie wohnen, und ist dort für alle gleich - egal, von wem Sie Ihren Strom kaufen. Festgelegt wird es jedes Jahr von der Regulierungsbehörde E-Control, nicht von den Anbietern.
Netzentgelte 2026: die Änderungen nach Bundesland
Für 2026 fällt die Erhöhung bei Strom moderat aus: österreichweit im Schnitt plus 1,3 Prozent, das sind bei 3.500 kWh Jahresverbrauch rund 5 Euro mehr im Jahr oder 40 Cent im Monat. Hinter diesem Durchschnitt stecken aber große regionale Unterschiede - in manchen Ländern sinken die Entgelte sogar:
| Bundesland | Änderung Strom-Netzentgelt 2026 |
|---|---|
| Burgenland | +16 % |
| Tirol | +11 % |
| Niederösterreich | +7 % |
| Oberösterreich | leichter Anstieg |
| Vorarlberg | -2 % |
| Steiermark | -2 % |
| Kärnten | -2 % |
| Wien | -3 % |
| Salzburg | -9 % |
Wo Sie wohnen, entscheidet also mehr als der bundesweite Schnitt vermuten lässt. Ein Burgenländer zahlt 2026 deutlich mehr fürs Netz, ein Salzburger klar weniger. Beeinflussen lässt sich das nicht - es ist ein Standortfaktor wie die Grundsteuer. Eine nach Netzbetreibern aufgeschlüsselte Übersicht führt durchblicker.
Woraus sich die Netzkosten zusammensetzen
Auf der Rechnung steht meist nur eine Summe, dahinter stecken aber mehrere Posten:
- Netznutzungsentgelt: der größte Block - für Transport und Verteilung des Stroms. Er hat einen verbrauchsabhängigen Teil (Cent pro kWh) und oft einen fixen Grundpreis.
- Netzverlustentgelt: deckt die unvermeidbaren Energieverluste, die beim Transport über die Leitungen entstehen.
- Entgelt für Messleistungen: für Betrieb und Ablesung des (Smart-)Zählers.
- Systemdienstleistungsentgelt: für die Stabilität des Netzes, etwa Frequenz- und Spannungshaltung.
- Netzzuschläge: gesetzlich festgelegte Aufschläge, unter anderem zur Finanzierung des Ökostromausbaus.
Alle diese Teile reguliert die E-Control. Die Netzbetreiber dürfen nur so viel verrechnen, wie ihnen die Behörde für ihre Kostenbasis zugesteht.
Was die Netzkosten konkret ausmachen
In Euro heißt das: Bei einer Stromrechnung von grob 1.000 Euro im Jahr entfallen rund 300 Euro auf das Netz. Abgerechnet wird meist zweigeteilt - ein verbrauchsabhängiger Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde plus eine fixe Grundpauschale pro Jahr, die auch dann anfällt, wenn Sie wenig verbrauchen. Genau dieser Fixteil ist der Grund, warum sich Netzkosten kaum wegsparen lassen. Private Haushalte hängen an der untersten Netzebene 7; je höher die Ebene, desto günstiger das Entgelt - deshalb zahlen Industriebetriebe pro Kilowattstunde deutlich weniger als ein Wohnhaus.
Warum die Netzkosten steigen
Dass die Netzentgelte langfristig nach oben gehen, hat zwei Gründe - und beide hängen paradoxerweise mit der Energiewende zusammen. Zum einen investieren die Netzbetreiber massiv: Photovoltaik, Windkraft, Wärmepumpen und E-Autos verlangen ein stärkeres, intelligenteres Netz. Diese Investitionen landen über die Entgelte bei den Kundinnen und Kunden.
Zum anderen sinkt die Strommenge, über die diese Kosten verteilt werden - 2026 österreichweit um 0,6 Prozent. Wer eine eigene PV-Anlage hat, bezieht weniger aus dem Netz; die Fixkosten des Netzes bleiben aber. Die Folge: Sie verteilen sich auf weniger Kilowattstunden, der Preis pro kWh steigt. Ein Effekt, der sich in den kommenden Jahren eher verstärken als abschwächen wird.
Gas: der eigentliche Kostentreiber 2026
Beim Strom halten sich die Erhöhungen 2026 in Grenzen - beim Gas nicht. Die Gasnetzentgelte steigen im Schnitt um rund 18 Prozent, ein durchschnittlicher Haushalt zahlt etwa 64 Euro mehr im Jahr. Am härtesten trifft es Kärnten (+35 Prozent, rund 142 Euro), das Burgenland und die Steiermark. Der Grund ist derselbe wie beim Strom, nur schärfer: Immer mehr Haushalte heizen mit Wärmepumpe statt Gas, dazu fällt der russische Gastransit weg. Weniger Gaskunden tragen die Netzkosten - die Rechnung für die Verbliebenen steigt entsprechend. Details dazu im Ratgeber zum Anstieg der Gasnetzkosten 2026.
Können Sie die Netzkosten senken?
Direkt kaum - aber ein paar Stellschrauben gibt es:
- SNAP-Netzrabatt nutzen: Seit 2026 gibt es zu Sonnenstrom-Spitzenzeiten (April bis September, mittags) einen Rabatt von 20 Prozent auf das Netzentgelt. Wer mit Smart Meter Verbrauch in diese Fenster verschiebt, spart bei den Netzkosten.
- Weniger aus dem Netz beziehen: Eine PV-Anlage, idealerweise mit Stromspeicher, reduziert den Netzbezug - und damit den verbrauchsabhängigen Teil des Netzentgelts.
- Verbrauch generell senken: Jede eingesparte Kilowattstunde spart nicht nur den Energiepreis, sondern anteilig auch das Netzentgelt.
Den fixen Grundpreis des Netzes wird man dadurch nicht los. Aber der verbrauchsabhängige Teil lässt sich mit Eigenstrom und cleverem Timing spürbar drücken.
Häufige Fragen
Sind die Netzkosten überall in Österreich gleich?
Nein. Jedes Netzgebiet hat eigene Entgelte, festgelegt von der E-Control. 2026 reicht die Spanne der Änderung von plus 16 Prozent im Burgenland bis minus 9 Prozent in Salzburg.
Warum steigen die Netzkosten, obwohl ich Strom spare?
Weil ein großer Teil der Netzkosten fix ist. Sinkt der Gesamtverbrauch im Land, verteilen sich diese Fixkosten auf weniger Kilowattstunden - der Preis pro kWh steigt, auch wenn Sie persönlich weniger verbrauchen.