Energiewirtschaft

Anstieg der Gasnetzkosten in Österreich 2026

Von der Redaktion · 4. Juli 2026 · 7 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Gasnetzentgelte steigen 2026 österreichweit um rund 18 Prozent - ein durchschnittlicher Haushalt zahlt etwa 64 Euro mehr im Jahr.
  • Am härtesten trifft es Kärnten (+35 %, rund 142 Euro), die Steiermark (+27 %, rund 104 Euro) und das Burgenland (+25 %, rund 120 Euro).
  • Grund ist ein Teufelskreis: Immer mehr Haushalte heizen mit Wärmepumpe statt Gas, dazu fällt der russische Gastransit weg - weniger Kunden tragen die fixen Netzkosten.
  • Anders als der Gaspreis lässt sich das Netzentgelt nicht durch einen Anbieterwechsel senken - nur durch weniger Verbrauch oder einen Heizungswechsel.
Anstieg der Gasnetzkosten in Österreich 2026

Was Gasnetzentgelte sind

Gasnetzentgelte sind die Gebühren, die Haushalte und Betriebe für die Nutzung des Gasverteilernetzes zahlen. Sie finanzieren Betrieb, Instandhaltung und Ausbau der Leitungen, Zähler und Verdichterstationen - damit das Gas überhaupt bis zum Anschluss gelangt. Anders als der reine Energiepreis sind diese Entgelte staatlich reguliert und werden jährlich von der Regulierungsbehörde E-Control festgelegt. Typischerweise machen sie rund ein Fünftel des gesamten Gaspreises aus; der Rest entfällt auf den Energiepreis sowie auf Steuern und Abgaben.

Der Anstieg 2026: im Schnitt 18 Prozent

2026 fällt die Erhöhung drastisch aus. Österreichweit steigen die Gasnetzentgelte um rund 18 Prozent. Für einen typischen gasbeheizten Haushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das etwa 64 Euro Mehrkosten pro Jahr. Damit ist Gas 2026 der weit größere Kostentreiber als Strom, wo die Netzentgelte im Schnitt nur um gut ein Prozent zulegen.

Wie beim Strom sind die regionalen Unterschiede aber enorm:

BundeslandAnstieg 2026Mehrkosten pro Jahr
Kärnten+35 %rund 142 €
Steiermark+27 %rund 104 €
Burgenland+25 %rund 120 €
Österreich (Schnitt)+18 %rund 64 €

Warum die Gasnetzkosten steigen

Hinter dem Anstieg steckt ein Teufelskreis - und der hat wenig mit dem Gaspreis selbst zu tun. Die Kosten für das Netz sind zum großen Teil fix: Die Leitungen müssen betrieben und gewartet werden, egal wie viel Gas durchfließt. Und genau das Volumen bricht ein:

  • Wärmepumpe statt Gasheizung: Immer mehr Haushalte steigen auf strombasierte Heizsysteme um. Jede stillgelegte Gasheizung bedeutet weniger Kilowattstunden, über die sich die Netzkosten verteilen.
  • Wegfall des russischen Gastransits: Mit dem Ende der Transitmengen fallen Erlöse weg, die bisher zur Finanzierung des Netzes beigetragen haben.

Die Folge: Die verbliebenen Gaskunden tragen die Fixkosten auf immer weniger Schultern. Der Preis pro Kilowattstunde steigt - ein Effekt, der sich in den kommenden Jahren eher verschärfen dürfte, je mehr Haushalte aus dem Gas aussteigen.

Was Sie tun können

Direkt beeinflussen lässt sich das Netzentgelt nicht - es ist reguliert und für alle in einer Region gleich. Ein Anbieterwechsel senkt nur den Energiepreis, nicht die Netzkosten. Übrig bleiben drei Stellschrauben:

  • Verbrauch senken: Bessere Dämmung, niedrigere Raumtemperatur und moderne Thermostate reduzieren den Gasbedarf - und damit den verbrauchsabhängigen Teil des Netzentgelts.
  • Energiepreis optimieren: Beim reinen Gaspreis lohnt sich ein Vergleich und gegebenenfalls ein Wechsel - das ist der Teil der Rechnung, den Sie beeinflussen können.
  • Heizung langfristig umstellen: Wer ohnehin vor einer Sanierung steht, sollte den Umstieg auf eine Wärmepumpe prüfen - inklusive der verfügbaren Förderungen.

Dass die Netzkosten steigen, obwohl man selbst spart, ist übrigens dasselbe Muster wie beim Strom - nachzulesen im Ratgeber zu den Netzkosten in Österreich.

Häufige Fragen

Betrifft der Anstieg auch Betriebe?

Ja. Auch gewerbliche Gaskunden zahlen die höheren Netzentgelte. Bei großen Verbrauchern fällt der absolute Betrag entsprechend deutlicher aus.

Wird Gas dadurch generell teurer als Strom?

Bei den Netzkosten ja - sie steigen bei Gas 2026 um ein Vielfaches stärker. Ob Heizen mit Gas oder Strom insgesamt günstiger ist, hängt aber zusätzlich vom Energiepreis und vom Wirkungsgrad der Heizung ab. Für offizielle Zahlen lohnt der Blick zur E-Control.