Notstromaggregat für Zuhause: Typen, Leistung und Kosten
- Ein Notstromaggregat überbrückt einen Stromausfall, indem es mit einem Verbrennungsmotor selbst Strom erzeugt - vom kleinen Koffergerät bis zur fest installierten Anlage.
- Inverter-Aggregate liefern sauberen, stabilen Strom und sind für empfindliche Elektronik (PC, TV, Router) die richtige Wahl; Diesel lohnt bei langem, intensivem Einsatz.
- Die nötige Leistung richtet sich nach den Geräten, die laufen sollen - und nach dem hohen Anlaufstrom von Motoren (Pumpe, Kühlschrank, Heizung).
- Wichtig: Aggregate nur im Freien betreiben (Vergiftungsgefahr durch Abgase), und die Einspeisung ins Hausnetz gehört ausschließlich in die Hand eines Elektrofachbetriebs.

Wozu ein Notstromaggregat?
Fällt der Strom aus, steht im modernen Haushalt fast alles still: Heizung, Kühlschrank, Licht, Internet, oft auch die Wasserversorgung. Ein Notstromaggregat springt dann ein - ein kompakter Stromerzeuger, der mit einem Benzin- oder Dieselmotor einen Generator antreibt und so eigenen Strom liefert. Für kurze Ausfälle reicht ein tragbares Gerät für die wichtigsten Verbraucher; wer sein ganzes Haus absichern will, greift zu einer fest installierten Anlage. Das Aggregat ist damit ein zentraler Baustein der Blackout-Vorsorge - ergänzt sinnvoll durch einen Vorrat und, wer eine PV-Anlage hat, durch einen notstromfähigen Stromspeicher.
Benzin, Diesel oder Inverter?
Bei der Antriebs- und Bauart gibt es drei praxisrelevante Optionen:
- Benzin-Aggregat (konventionell): günstig in der Anschaffung, einfach, für gelegentlichen Kurzeinsatz. Nachteil: Die Spannung kann schwanken - für sensible Elektronik riskant.
- Inverter-Aggregat: erzeugt über eine Elektronik eine besonders stabile, saubere Spannung. Damit lassen sich auch empfindliche Geräte wie Computer, Fernseher oder Router gefahrlos betreiben. Zudem meist leiser und sparsamer. Für die meisten Haushalte die beste Wahl.
- Diesel-Aggregat: bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bei langem, intensivem Einsatz und hoher Dauerleistung. Robust und langlebig, dafür schwerer und teurer - eher für die Absicherung des ganzen Hauses oder für Gewerbe.
Die richtige Leistung wählen
Die Leistung eines Aggregats wird in Watt (bzw. Voltampere) angegeben - und hier wird oft zu knapp kalkuliert. Entscheidend ist nicht nur die Summe der Nennleistungen aller Geräte, sondern der Anlaufstrom: Motoren in Kühlschrank, Umwälzpumpe der Heizung oder Kreiselpumpe ziehen im Moment des Einschaltens ein Vielfaches ihrer Nennleistung. Ein Gerät, das im Betrieb 500 Watt braucht, kann beim Anlauf kurzzeitig das Drei- bis Fünffache verlangen. Faustregel: Erst auflisten, welche Verbraucher gleichzeitig laufen sollen (Heizungssteuerung, Kühlschrank, Licht, Router), dann die Anlaufspitzen einrechnen und beim Aggregat großzügig dimensionieren. Für die Grundversorgung eines Einfamilienhauses liegt man oft bei 3 bis 6 kVA, für das ganze Haus inklusive Wärmepumpe deutlich höher.
Einspeisung und Umschaltung - Sache des Fachbetriebs
Ein tragbares Aggregat, an das man einzelne Geräte per Verlängerungskabel ansteckt, darf jeder selbst betreiben. Sobald der Strom aber ins Hausnetz eingespeist werden soll - damit Steckdosen und fest verdrahtete Geräte wie die Heizung versorgt werden -, ist das ausschließlich Sache eines zugelassenen Elektrofachbetriebs. Er installiert eine normgerechte Umschaltvorrichtung, die das Hausnetz sicher vom öffentlichen Netz trennt. Das ist zwingend: Eine falsche Einspeisung kann das Netz gefährlich rückspeisen und Menschenleben gefährden. Komfortabel ist eine automatische Umschaltung (ATS), die das Aggregat bei Ausfall selbst startet und binnen Sekunden umschaltet.
Sicherheit: niemals in geschlossenen Räumen
Der wichtigste Sicherheitspunkt: Ein Verbrennungsaggregat gehört ins Freie, niemals in Wohnräume, Garage oder Keller ohne gesicherte Abgasführung. Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid - ein geruchloses, tödliches Gas. Wird ein Gerät fest im Keller aufgestellt, muss die Abluft normgerecht ins Freie geführt und für Zuluft gesorgt sein. Dazu gehören Brandschutz, sichere Kraftstofflagerung und regelmäßige Probeläufe, damit das Aggregat im Ernstfall auch anspringt.
Was kostet ein Notstromaggregat?
Die Preisspanne ist groß und hängt an Leistung und Technik. Kleine Benzingeräte ohne Inverter gibt es schon ab etwa 200 Euro, sie taugen aber nur für einfache Verbraucher. Leistungsfähige Inverter-Aggregate liegen meist zwischen 500 und 1.000 Euro. Diesel-Aggregate für den intensiven Dauereinsatz kosten oft 1.000 bis 2.000 Euro, hochwertige Anlagen mit automatischer Umschaltung auch mehr. Hinzu kommen die Kosten für die fachgerechte Einspeise-Installation durch den Elektriker.
Häufige Fragen
Welches Notstromaggregat ist das richtige fürs Haus?
Für die meisten Haushalte ein Inverter-Aggregat: Es liefert sauberen Strom auch für empfindliche Elektronik, ist leise und sparsam. Bei langem, intensivem Einsatz oder zur Absicherung des ganzen Hauses ist ein Diesel-Aggregat die robustere Wahl.
Wie viel Leistung braucht ein Notstromaggregat fürs Einfamilienhaus?
Das hängt von den Geräten ab, die laufen sollen, und vom hohen Anlaufstrom der Motoren. Für die Grundversorgung reichen oft 3 bis 6 kVA; wer das ganze Haus inklusive Wärmepumpe versorgen will, braucht deutlich mehr. Im Zweifel großzügig dimensionieren.
Darf ich ein Notstromaggregat selbst ans Hausnetz anschließen?
Nein. Das Einspeisen ins Hausnetz darf ausschließlich ein zugelassener Elektrofachbetrieb mit normgerechter Umschaltvorrichtung durchführen. Einzelne Geräte per Verlängerungskabel direkt am Aggregat zu betreiben, ist dagegen erlaubt.
Darf das Aggregat im Keller laufen?
Nur mit fachgerechter, ins Freie geführter Abgasanlage und gesicherter Belüftung. Die Abgase enthalten tödliches Kohlenmonoxid. Ohne gesicherte Abluft gehört ein Verbrennungsaggregat ausschließlich ins Freie.