Energiewirtschaft

Blackout-Vorsorge und Notstrom für zuhause: der Ratgeber

Von der Redaktion · 6. Juli 2026 · 6 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Blackout ist ein überregionaler, länger andauernder Stromausfall - Fachleute und Zivilschutz empfehlen, für rund 14 Tage vorzusorgen.
  • Zur Grundvorsorge gehören Vorräte an Wasser, haltbaren Lebensmitteln, Medikamenten, Licht (Taschenlampe, Kerzen), Bargeld und ein batteriebetriebenes Radio.
  • Eigenen Notstrom liefern ein Notstromaggregat oder - komfortabler - eine PV-Anlage mit Batteriespeicher und Ersatzstromfunktion, die bei Netzausfall automatisch umschaltet.
  • Sicherheit geht vor: Aggregate erzeugen giftiges Kohlenmonoxid und dürfen nur im Freien laufen; die Einbindung ins Hausnetz gehört in die Hand eines Fachbetriebs.
Blackout-Vorsorge und Notstrom für zuhause: der Ratgeber

Was ein Blackout ist - und was nicht

Ein Blackout ist mehr als der kurze Stromausfall, den jeder kennt: Gemeint ist ein überregionaler, länger andauernder Zusammenbruch der Stromversorgung, der Stunden bis Tage dauern kann. Weil im Blackout auch Wasser, Heizung, Zahlungsverkehr, Mobilfunk und Tankstellen ausfallen, ist die Vorsorge weniger eine Frage der Technik als der Vorbereitung. Fachleute und die Zivilschutzverbände halten ein solches Ereignis für unwahrscheinlich, aber möglich - und empfehlen, unabhängig davon für Notlagen vorzusorgen.

Die Grundvorsorge: rund 14 Tage

Die Basis kostet fast nichts und hilft bei jeder Krise. Der Zivilschutz empfiehlt einen Notvorrat für etwa 14 Tage:

  • Wasser: als Faustregel rund 2 bis 3 Liter pro Person und Tag zum Trinken und Kochen.
  • Haltbare Lebensmittel: die man ohne Kühlung und ohne Strom zubereiten kann; ein Gaskocher hilft.
  • Licht und Energie: Taschenlampen, Stirnlampen, Kerzen, Batterien, eine Powerbank fürs Handy.
  • Information: ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, um Behördeninfos zu empfangen.
  • Medikamente, Hygiene, Bargeld: ein Vorrat wichtiger Medikamente, Hygieneartikel und etwas Bargeld, weil Karten- und Bankomatzahlung ausfallen.

Eigener Notstrom: die Optionen

Wer über die Grundvorsorge hinausgehen will, kann eigenen Strom erzeugen. Zwei Wege sind üblich:

  • Notstromaggregat: Ein benzin-, diesel- oder gasbetriebener Generator liefert bei Bedarf Strom für einzelne Geräte. Günstig und bewährt, aber laut, mit Treibstoffvorrat und - wichtig - nur im Freien zu betreiben.
  • Tragbare Powerstation: Ein großer Akku mit Steckdosen versorgt Handy, Router, Licht und kleine Geräte leise und emissionsfrei - ideal für kürzere Ausfälle und die Wohnung.
  • PV-Anlage mit Ersatzstrom: Die komfortabelste Lösung. Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Ersatz- oder Notstromfunktion schaltet bei Netzausfall automatisch auf den Speicher um und lädt ihn tagsüber mit Sonnenstrom wieder auf. So bleibt das Haus - je nach Ausführung einzelne Steckdosen oder das ganze Gebäude - auch im Blackout versorgt.

Warum die PV-Anlage besonders geeignet ist

Ein Aggregat läuft nur, solange Treibstoff da ist - bei einem tagelangen Blackout ein Problem, weil auch die Tankstellen stromlos sind. Eine Photovoltaikanlage mit Speicher dagegen produziert Tag für Tag neuen Strom, solange die Sonne scheint. Wichtig ist die richtige Ausstattung: Nicht jeder Speicher kann bei Netzausfall weiterversorgen - die Notstrom- oder Ersatzstromfunktion muss ausdrücklich vorhanden sein und beim Kauf gezielt bestellt werden. Details dazu stehen im Ratgeber zum Stromspeicher und zur Powerwall.

Sicherheit: die wichtigsten Regeln

  • Aggregate nie im Haus: Sie erzeugen giftiges, geruchloses Kohlenmonoxid - Betrieb ausschließlich im Freien, mit Abstand zu Fenstern und Türen.
  • Einspeisung nur vom Fachbetrieb: Die Einbindung von Notstrom ins Hausnetz muss ein Elektriker fachgerecht herstellen - Eigenbau ist lebensgefährlich und für die Netzsicherheit riskant.
  • Vorher testen: Notstromlösungen einmal in Ruhe ausprobieren, damit im Ernstfall alles funktioniert.

Häufige Fragen

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Österreich?

Fachleute halten einen echten überregionalen Blackout für unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Das österreichische Netz ist stabil und gut vernetzt. Vorsorge lohnt sich trotzdem - sie hilft auch bei regionalen Ausfällen, Unwettern und anderen Notlagen.

Funktioniert meine PV-Anlage bei Stromausfall?

Nur, wenn sie eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion samt Speicher hat. Eine normale PV-Anlage schaltet sich bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Wer für den Blackout vorsorgen will, muss diese Funktion gezielt einplanen.

Was ist die einfachste Notstromlösung für die Wohnung?

Eine tragbare Powerstation - ein großer Akku mit Steckdosen und USB. Sie versorgt Handy, Router, Licht und kleine Geräte leise und ohne Abgase und lässt sich vorab an der Steckdose oder mit einem kleinen Solarpanel laden.