Pelletspreise in Österreich
- Im Juli 2026 kostet eine Tonne lose Pellets im Schnitt 395,27 Euro - das sind 39,53 Cent je Kilogramm oder 8,25 Cent je Kilowattstunde Brennstoff.
- Der Preis ist seit Sommer 2025 kräftig gestiegen: von rund 308 Euro je Tonne auf knapp 400 Euro im Jänner 2026, ein Plus von etwa 28 Prozent.
- Heizöl extraleicht kostet aktuell rund 60 Prozent mehr als Pellets - der Abstand zu Öl und Gas ist trotz des Anstiegs deutlich geblieben.
- Am günstigsten kauft man im Frühjahr: April und Mai liegen im Schnitt 5 bis 10 Prozent unter den Preisen im Herbst und Winter.

Was Pellets aktuell kosten
Im Juli 2026 kostet eine Tonne lose Pellets in Österreich im Durchschnitt 395,27 Euro. Umgerechnet sind das 39,53 Cent je Kilogramm oder 8,25 Cent je Kilowattstunde Brennstoff. Gegenüber dem Vormonat ist der Preis um 1,86 Prozent gestiegen.
Diese Zahlen beziehen sich immer auf dieselbe Bezugsgröße: lose Ware, Haushaltsmenge, Bestellung von sechs Tonnen. Wer weniger abnimmt, zahlt pro Tonne mehr; Sackware ist um rund 8 Prozent teurer, bei kleinen Mengen aber trotzdem günstiger. Dazu kommt die Einblaspauschale von rund 53,80 Euro je Lieferung - ein Fixbetrag, der kleine Bestellmengen zusätzlich verteuert.
Wie der Preis zustande kommt
Den österreichischen Referenzpreis erhebt der Branchenverband proPellets Austria, und zwar seit 2006 jeden Monat. Befragt werden über 50 Händler, die zusammen mehr als 70 Prozent des gehandelten Volumens abdecken. Stichtag der Erhebung ist der Monatserste, veröffentlicht wird erst am 15. - die verzögerte Veröffentlichung soll verhindern, dass die Erhebung selbst den Markt beeinflusst.
Das erklärt auch, warum die Zahl, die man im Netz findet, selten der Preis ist, den man gerade selbst bekommt. Sie ist ein Durchschnitt über das ganze Land und über 50 Anbieter. Ein konkretes Angebot kann je nach Region, Liefermenge und Zeitpunkt deutlich darüber oder darunter liegen.
Die Entwicklung seit der Energiekrise
Wer die aktuelle Zahl einordnen will, braucht den Verlauf. Die vergangenen vier Jahre waren alles andere als ruhig:
| Zeitpunkt | Preis je Tonne | Einordnung |
|---|---|---|
| August 2022 | 537,80 Euro | Höhepunkt der Energiekrise, allein im Monat davor plus 22 Prozent |
| August 2024 | 286,80 Euro | rund 30 Prozent unter dem Vorjahr, entspanntes Marktumfeld |
| Sommer 2025 | rund 308 Euro | Ende der Ruhephase auf niedrigem Niveau |
| Jänner 2026 | knapp 400 Euro | plus rund 28 Prozent binnen eines halben Jahres |
| Juli 2026 | 395,27 Euro | Preis hält sich auf dem höheren Niveau |
Nach der Krisenspitze 2022 folgten zwei Jahre, in denen sich der Preis um etwa 300 Euro je Tonne einpendelte - getragen von einer soliden Versorgungslage. Seit dem zweiten Halbjahr 2025 zieht er wieder deutlich an. Die Branche verweist dabei vor allem auf die geopolitische Lage: Der Krieg in der Ukraine wirkt weiter auf die europäischen Holz- und Energiemärkte.
Bemerkenswert ist trotzdem, wie moderat der Ausschlag im Vergleich zu 2022 bleibt. Damals sprang der Preis innerhalb eines einzigen Monats um über ein Fünftel. Der Anstieg 2025/26 verteilt sich über ein halbes Jahr und liegt noch immer gut 25 Prozent unter dem damaligen Höchststand.
Warum der Preis regional unterschiedlich ist
Über das Land gesehen zeigt sich ein deutliches West-Ost-Gefälle. Am teuersten sind, wie der ORF Oberösterreich berichtete, Tirol und Vorarlberg, gefolgt von Oberösterreich und Salzburg; am günstigsten kommt man im Burgenland weg. Der Grund liegt in der Logistik: Pellets sind ein schweres Schüttgut, das sich nicht über weite Strecken rentabel transportieren lässt, und die Dichte an Produktionsstandorten und Lieferanten ist regional verschieden.
Für die Praxis heißt das: Der Landesdurchschnitt ist eine Orientierung, kein Preisversprechen. Es lohnt, mehrere Lieferanten in erreichbarer Nähe anzufragen, statt nur beim gewohnten Händler zu bestellen.
Der Vergleich mit Öl, Gas und Strom
Der entscheidende Punkt ist nicht der absolute Preis, sondern der Abstand zu den Alternativen. Heizöl extraleicht kostet aktuell rund 60 Prozent mehr als Pellets, bezogen auf dieselbe Energiemenge. Auch gegenüber Erdgas bleibt der Vorsprung klar.
| Energieträger | Brennstoffkosten je kWh |
|---|---|
| Pellets (Juli 2026) | rund 8,3 Cent |
| Heizöl extraleicht | rund 13 Cent |
| Haushaltsstrom | rund 29 Cent |
Wie sich die Energieträger insgesamt zueinander bewegen, zeigt der Energiepreisindex der Österreichischen Energieagentur. Wichtig bei jedem solchen Vergleich: Das sind Brennstoffkosten, nicht Wärmekosten. Ein moderner Pelletskessel arbeitet mit etwa 90 Prozent Wirkungsgrad, aus 8,3 Cent Brennstoff werden also rund 9,2 Cent Nutzwärme. Eine Wärmepumpe spielt in einer anderen Liga, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme macht - bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 landet man mit 29 Cent Strom bei rund 8,3 Cent je Kilowattstunde Wärme und damit ungefähr gleichauf. Wer den Vergleich anstellt, sollte deshalb immer bis zur Nutzwärme durchrechnen und nicht bei den Brennstoffpreisen stehen bleiben.
Wann man am besten kauft
Pellets haben ein verlässliches Saisonmuster. Am günstigsten ist die Ware im Frühjahr, besonders während der sogenannten Einlagerungsaktionen: April und Mai liegen im langjährigen Schnitt 5 bis 10 Prozent unter den Preisen im Herbst und Winter. Der Grund ist die Produktionslogik - die Hersteller wollen ihre Werke gleichmäßig auslasten und schaffen im Sommerhalbjahr Anreize zum Befüllen.
Bei einem Jahresbedarf von fünf Tonnen sind 5 bis 10 Prozent immerhin 100 bis 200 Euro. Voraussetzung ist nur, dass das Lager groß genug ist, um im Frühjahr die Menge für die kommende Saison aufzunehmen. Verlassen sollte man sich auf das Muster allerdings nicht blind: 2022 blieb die gewohnte saisonale Preisstruktur wegen der Energiekrise komplett aus.
Was ein Haushalt im Jahr zahlt
Ein Einfamilienhaus mit rund 20.000 Kilowattstunden Heizwärmebedarf braucht bei 90 Prozent Kesselwirkungsgrad etwa 22.200 Kilowattstunden Brennstoff. Bei einem Heizwert von rund 4,8 Kilowattstunden je Kilogramm sind das etwa 4,6 Tonnen Pellets - zum Preis von Juli 2026 also rund 1.830 Euro plus Einblaspauschale.
Zum Vergleich: Zum Krisenpreis von August 2022 wären dieselben 4,6 Tonnen auf rund 2.470 Euro gekommen, im ruhigen August 2024 auf rund 1.320 Euro. Die Spanne zwischen bestem und schlechtestem Kaufzeitpunkt der vergangenen Jahre beträgt bei einer einzigen Jahresfüllung also über 1.100 Euro. Was die Heizung selbst kostet und wie sie gefördert wird, steht im Ratgeber zur Pelletsheizung; die günstigere, aber platzhungrigere Alternative ist die Hackschnitzelheizung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Tonne Pellets in Österreich?
Im Juli 2026 liegt der Durchschnittspreis bei 395,27 Euro je Tonne, bezogen auf eine Bestellmenge von sechs Tonnen lose Ware. Das entspricht 39,53 Cent je Kilogramm oder 8,25 Cent je Kilowattstunde Brennstoff. Dazu kommt die Einblaspauschale von rund 53,80 Euro je Lieferung.
Wann sind Pellets am günstigsten?
Im Frühjahr. April und Mai liegen im langjährigen Schnitt 5 bis 10 Prozent unter den Herbst- und Winterpreisen, weil die Hersteller mit Einlagerungsaktionen für gleichmäßige Auslastung sorgen. 2022 fiel dieses Muster wegen der Energiekrise aus.
Warum sind die Pelletspreise 2026 gestiegen?
Von rund 308 Euro je Tonne im Sommer 2025 ging es auf knapp 400 Euro im Jänner 2026 - ein Plus von etwa 28 Prozent. Die Branche verweist vor allem auf die geopolitische Lage und den Krieg in der Ukraine, der die europäischen Holz- und Energiemärkte weiter beeinflusst.
Wie viele Tonnen Pellets braucht ein Einfamilienhaus?
Je nach Wohnfläche und Dämmzustand vier bis fünf Tonnen pro Jahr, in Summe meist zwischen drei und sechs. Ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Heizwärmebedarf verbraucht rund 4,6 Tonnen, was beim Preis von Juli 2026 etwa 1.830 Euro entspricht.
Wer erhebt den österreichischen Pelletspreis?
Der Branchenverband proPellets Austria, seit 2006 monatlich. Befragt werden über 50 Händler, die zusammen mehr als 70 Prozent des gehandelten Volumens abdecken. Stichtag ist der Monatserste, veröffentlicht wird am 15.
Sind Pellets in ganz Österreich gleich teuer?
Nein. Am teuersten sind Tirol und Vorarlberg, dahinter Oberösterreich und Salzburg, am günstigsten das Burgenland. Weil sich das schwere Schüttgut nicht weit transportieren lässt, entscheidet die Dichte an Produktions- und Lieferstandorten in der Region über den Preis.