Heizen

Gasheizung in Österreich: Zukunft, Kosten und Alternativen

Von der Redaktion · 6. Juli 2026 · 6 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Neubau ist die Gasheizung als Hauptheizung nicht mehr zulässig - ein neuer Gasanschluss wird in praktisch allen Bundesländern nicht mehr genehmigt.
  • Bestehende Gasheizungen dürfen weiter betrieben und derzeit auch noch durch eine neue Gastherme ersetzt werden; politisches Ziel ist der Gas-Ausstieg bis 2040.
  • Gas ist mit rund 15 Cent pro kWh einer der teureren Energieträger - dazu kommt der CO₂-Preis, der fossiles Heizen weiter verteuert.
  • Für eine neue Gastherme gibt es keine Förderung; der Umstieg auf Wärmepumpe oder Fernwärme wird dagegen kräftig unterstützt.
Gasheizung in Österreich: Zukunft, Kosten und Alternativen

Gasheizung im Neubau: nicht mehr erlaubt

Wer neu baut, kann sich von der Gasheizung verabschieden: Im Neubau ist die Gasheizung als alleinige Hauptheizung nicht mehr zulässig, ein neuer Gasanschluss wird in praktisch allen Bundesländern nicht mehr genehmigt. Der Gesetzgeber will die fossile Wärme aus den neuen Häusern heraushalten - gefragt sind Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse.

Bestehende Gasheizung: Bestandsschutz - vorerst

Für bestehende Anlagen gilt: Eine funktionierende Gasheizung darf weiter betrieben werden, und derzeit ist im Bestand auch noch der Ersatz durch eine neue Gastherme möglich. Ein sofortiger Zwang zum Austausch besteht nicht. Allerdings ist die politische Richtung klar: Bis 2040 soll die Raumwärme komplett aus fossilem Gas aussteigen. Wer heute eine Gasheizung ersetzt, sollte deshalb genau rechnen, ob sich eine weitere fossile Anlage über ihre Lebensdauer noch lohnt - oder ob der Umstieg der klügere Schritt ist.

Was Gas heizen kostet

Erdgas ist mit rund 15 Cent pro Kilowattstunde einer der teureren Energieträger - deutlich über Waldhackgut, Pellets oder der Wärmepumpe. Dazu kommen die steigenden Gasnetzkosten und der CO₂-Preis, der fossiles Heizen Jahr für Jahr weiter verteuert. Für einen Haushalt mit 15.000 kWh Gasbedarf macht allein der CO₂-Aufschlag schon rund 150 Euro im Jahr aus - Tendenz steigend.

Ist H2-ready die Rettung?

Manche Hersteller werben mit "H2-ready"-Gasthermen, die künftig mit Wasserstoff laufen sollen. Die Realität ist nüchterner: Moderne Gasbrennwertgeräte vertragen heute nur eine Beimischung von etwa 20 bis 30 Prozent Wasserstoff; reiner grüner Wasserstoff ist knapp, teuer und für die Raumwärme umstritten. Auf günstiges grünes Gas im großen Stil sollte man seine Heizentscheidung besser nicht bauen.

Die Alternativen - und die Förderung

Wer vom Gas wegkommen will, hat gute Optionen und starke Förderung im Rücken:

  • Wärmepumpe: die effizienteste Lösung, besonders im gut gedämmten Haus.
  • Fernwärme: wo verfügbar, komfortabel und ohne eigenen Kessel.
  • Pellets oder Hackgut: günstiger Brennstoff, auch im Altbau geeignet.

Für eine neue Gastherme gibt es keine Bundesförderung - der Umstieg auf ein klimafreundliches System dagegen wird über die Sanierungsoffensive kräftig unterstützt. Details im Ratgeber zum Heizungstausch. Übrigens: Den reinen Gaspreis kann man wie beim Strom durch einen Anbieterwechsel senken - vergleichen lässt sich über den Tarifkalkulator der E-Control.

Häufige Fragen

Muss ich meine Gasheizung jetzt austauschen?

Nein. Eine bestehende, funktionierende Gasheizung darf weiter betrieben werden, einen sofortigen Austauschzwang gibt es nicht. Wirtschaftlich und mit Blick auf das Ausstiegsziel 2040 lohnt sich der Umstieg aber oft schon jetzt.

Darf ich meine kaputte Gastherme durch eine neue ersetzen?

Im Bestand ist der Ersatz einer defekten Gastherme durch eine neue derzeit noch möglich. Bedenken Sie aber: Für die neue Gastherme gibt es keine Förderung, und die Betriebskosten steigen durch den CO₂-Preis - ein Umstieg wird stark gefördert.

Lohnt sich eine H2-ready-Gasheizung?

Als Absicherung fürs Klima taugt sie kaum: Heutige Geräte vertragen nur einen kleinen Wasserstoffanteil, und günstiger grüner Wasserstoff für die Raumwärme ist nicht in Sicht. Die Heizentscheidung sollte man nicht darauf stützen.