CO₂-Preis in Österreich: Höhe, Auswirkung und der Klimabonus
- Österreich bepreist seit 2022 den CO₂-Ausstoß fossiler Brennstoffe - 2026 liegt der Preis bei 55 Euro pro Tonne CO₂.
- Das verteuert Benzin um rund 15 und Diesel um rund 16,5 Cent pro Liter sowie Erdgas um rund 1 Cent pro kWh; ein Gas-Haushalt zahlt so grob 150 Euro pro Jahr.
- Rechtliche Grundlage ist das Nationale Emissionszertifikatehandelsgesetz (NEHG) 2022; ab 2027 geht der nationale CO₂-Preis in den EU-Emissionshandel (ETS 2) über.
- Den Klimabonus als Ausgleichszahlung gibt es nicht mehr - er wurde im Zuge der Budgetsanierung abgeschafft und endete mit dem Jahr 2024.

Was der CO₂-Preis ist
Seit 2022 hat fossile Energie in Österreich einen zusätzlichen Preis: Wer Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas verbraucht, zahlt einen Aufschlag für das dabei ausgestoßene CO₂. Die Idee dahinter ist einfach - klimaschädliches Verhalten wird teurer, klimafreundliches damit relativ günstiger. Der Aufschlag soll den Umstieg auf Öffis, E-Auto, Wärmepumpe und Erneuerbare anschieben.
Wie hoch der CO₂-Preis 2026 ist
2026 liegt der CO₂-Preis bei 55 Euro pro Tonne CO₂. Von 2025 auf 2026 gab es keinen Anstieg - für die Verbraucher bleibt es damit vorerst bei diesem Niveau. Der Preis war 2022 mit 30 Euro gestartet und wird schrittweise angehoben.
Was das beim Tanken und Heizen ausmacht
Bei 55 Euro pro Tonne schlägt der CO₂-Preis so durch:
| Energieträger | Aufschlag durch CO₂-Preis (ca.) |
|---|---|
| Benzin | +15 Cent pro Liter |
| Diesel | +16,5 Cent pro Liter |
| Heizöl | +17,5 Cent pro Liter |
| Erdgas | +1,0 Cent pro kWh |
Für einen Haushalt, der mit Erdgas heizt und rund 15.000 kWh im Jahr verbraucht, summiert sich das auf etwa 150 Euro pro Jahr zusätzlich (exklusive Mehrwertsteuer). Genau hier wird der Umstieg vom fossilen Kessel auf eine klimafreundliche Heizung noch attraktiver - mehr dazu im Ratgeber zum Heizungstausch.
NEHG und der Übergang zum EU-Handel
Rechtliche Grundlage ist das Nationale Emissionszertifikatehandelsgesetz (NEHG) 2022. Es funktioniert wie ein nationaler Emissionshandel: Wer fossile Brennstoffe in Verkehr bringt, muss Zertifikate erwerben - die Kosten geben die Unternehmen an die Endkunden weiter. Ab 2027 soll der nationale CO₂-Preis in den neuen EU-weiten Emissionshandel (ETS 2) für Gebäude und Verkehr übergehen; dann bestimmt der europäische Markt den Preis.
Und der Klimabonus?
Anfangs wurde der CO₂-Preis durch den Klimabonus ausgeglichen - eine jährliche Pauschale an alle in Österreich lebenden Menschen, die die Mehrkosten abfedern sollte. Diesen Klimabonus gibt es nicht mehr: Er wurde im Zuge der Budgetsanierung abgeschafft und endete mit dem Jahr 2024. Offene Ansprüche aus den Jahren 2022 bis 2024 lassen sich noch bis Dezember 2027 geltend machen, eine neue Auszahlung ist aber nicht vorgesehen. Der CO₂-Preis wirkt damit heute ohne pauschalen Ausgleich - wer fossile Energie meidet, spart doppelt.
Häufige Fragen
Betrifft mich der CO₂-Preis auch, wenn ich mit Strom heize?
Direkt nicht - der CO₂-Preis liegt auf fossilen Brennstoffen wie Benzin, Diesel, Heizöl und Gas, nicht auf Strom. Wer mit Wärmepumpe, Fernwärme oder Ökostrom heizt, zahlt ihn nicht. Das ist einer der Gründe, warum sich der Umstieg lohnt.
Gibt es den Klimabonus wirklich nicht mehr?
Richtig. Der Klimabonus wurde abgeschafft und endete mit 2024. Offene Ansprüche für 2022 bis 2024 können noch bis Ende 2027 beantragt werden, eine neue jährliche Auszahlung gibt es aber nicht.
Wird der CO₂-Preis weiter steigen?
Tendenziell ja. Der nationale Preis war auf einen schrittweisen Anstieg ausgelegt; ab 2027 bestimmt ihn der EU-Emissionshandel ETS 2, bei dem viele Fachleute mit spürbar höheren Preisen rechnen. Der Anreiz, fossile Energie zu ersetzen, wird also eher größer.