Heizungstausch 2026: Raus aus Öl und Gas - Wege und Förderung
- Der Umstieg von Öl oder Gas auf ein klimafreundliches Heizsystem wird über die Sanierungsoffensive mit bis zu 7.500 Euro (Wärmepumpe), 8.500 Euro (Pellets) oder 6.500 Euro (Fernwärme) gefördert.
- Für einkommensschwache Haushalte übernimmt 'Sauber Heizen für Alle' bis zu 100 Prozent der Kosten; mit Landesförderung sind in Summe deutlich höhere Beträge möglich.
- Der Bund stellt dafür bis 2030 jährlich rund 360 Millionen Euro bereit - Registrierung läuft, solange Budget da ist, längstens bis 31. Dezember 2026.
- Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst online auf sanierungsoffensive.gv.at registrieren, dann umbauen - wer zuerst tauscht, riskiert den Zuschuss.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Wer noch mit Öl oder Gas heizt, spürt es doppelt: steigende Brennstoffpreise und kräftig steigende Gasnetzkosten. Dazu kommt der CO₂-Preis auf fossile Energie. Gleichzeitig fördert der Staat den Ausstieg aus fossilen Heizungen so großzügig wie nie - er will die Öl- und Gaskessel aus den Kellern bekommen. Für viele Haushalte war der Umstieg deshalb noch nie so günstig.
Die klimafreundlichen Alternativen
Vier Systeme kommen beim Tausch in Frage - welches passt, hängt von Gebäude, Platz und Wärmebedarf ab:
- Wärmepumpe: Die effizienteste Lösung, ohne Brennstofflager. Ideal im gut gedämmten Haus mit Flächenheizung; aus einer Kilowattstunde Strom macht sie drei bis vier Kilowattstunden Wärme.
- Pelletsheizung: Günstiger Brennstoff, vollautomatischer Betrieb, kommt auch mit höheren Vorlauftemperaturen im Altbau zurecht - braucht aber ein Pelletlager.
- Hackschnitzelheizung: Der günstigste Brennstoff überhaupt, aber viel Platzbedarf - sinnvoll bei großem Wärmebedarf oder eigenem Holz.
- Fernwärme: Wo verfügbar, die komfortabelste Variante ganz ohne eigenen Kessel - man bezieht die Wärme direkt aus dem Netz.
Die Förderung: das steht 2026 bereit
Herzstück ist die Sanierungsoffensive (Programm Kesseltausch), für die der Bund bis 2030 jährlich rund 360 Millionen Euro bereitstellt. Gefördert wird der Austausch einer fossilen Heizung gegen ein klimafreundliches System - maximal 30 Prozent der förderbaren Kosten, gedeckelt je nach System:
| Neues System | Bundesförderung (bis zu) |
|---|---|
| Pelletsheizung / Biomasse | 8.500 Euro |
| Wärmepumpe | 7.500 Euro |
| Fernwärme-Anschluss | 6.500 Euro |
Für Haushalte mit geringem Einkommen greift zusätzlich das Programm Sauber Heizen für Alle, das bis zu 100 Prozent der Kosten übernimmt. Und weil sich Bundes-, Landes- und Gemeindeförderungen kombinieren lassen, sind die tatsächlichen Zuschüsse oft noch deutlich höher als der Bundesbetrag allein.
So läuft der Antrag
Die Registrierung erfolgt ausschließlich online über das Portal sanierungsoffensive.gv.at. Entscheidend ist die Reihenfolge: Man muss sich vor der Umsetzung registrieren und die Fristen für die Rechnungseinreichung einhalten. Wer zuerst umbaut und dann fördern will, riskiert leer auszugehen. Registriert werden kann, solange Budgetmittel vorhanden sind, längstens bis 31. Dezember 2026.
Welches System für wen?
Als Faustregel: Im gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung ist die Wärmepumpe fast immer die erste Wahl. Fehlt die Dämmung oder braucht es hohe Vorlauftemperaturen, sind Pellets die komfortable Biomasse-Option. Wer viel Platz und hohen Bedarf hat, fährt mit Hackgut am günstigsten, und wo ein Fernwärmenetz liegt, ist der Anschluss oft am einfachsten. Vor der Entscheidung lohnt sich eine Energieberatung - und ein Blick darauf, wie effizient das Haus insgesamt ist, wie ihn der Ratgeber zum Energiesparhaus gibt.
Häufige Fragen
Muss ich meine Öl- oder Gasheizung überhaupt tauschen?
Ein gesetzlicher Zwang zum sofortigen Austausch bestehender Heizungen gibt es derzeit nicht, wohl aber ein Einbauverbot für neue Öl- und Gaskessel im Neubau. Wirtschaftlich spricht angesichts steigender fossiler Kosten und hoher Förderung aber vieles für den freiwilligen Umstieg.
Wie hoch ist die Förderung insgesamt?
Der Bund fördert je nach System bis zu 8.500 Euro, kombiniert mit Landes- und Gemeindeförderungen sowie dem Programm Sauber Heizen für Alle kann die Gesamtförderung deutlich höher ausfallen - bei einkommensschwachen Haushalten bis zu 100 Prozent der Kosten.
Wird der Umstieg auf eine neue Gasheizung gefördert?
Nein. Gefördert wird ausschließlich der Wechsel von einem fossilen auf ein klimafreundliches System - eine neue Gasheizung fällt nicht darunter.