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Der Renault Twizy: das Elektro-Leichtfahrzeug für die Stadt

Von der Redaktion · 4. Juli 2026 · 6 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Renault Twizy war ein zweisitziges Elektro-Leichtfahrzeug für die Stadt - gebaut ab 2012, mit nur 2,3 Metern Länge und einem Wendekreis von 3,4 Metern.
  • Es gab zwei Varianten: den Twizy 45 (bis 45 km/h, ab 16 Jahren mit Mopedausweis fahrbar) und den stärkeren Twizy 80 mit bis zu 100 km Reichweite.
  • Rechtlich zählte der Twizy nicht als Pkw, sondern als Leichtkraftfahrzeug - das prägte Zulassung, Führerschein und Ausstattung.
  • Renault hat die Produktion inzwischen eingestellt; seinen Platz nehmen heute Microcars wie der Citroën Ami, Opel Rocks-e und der Microlino ein.
Der Renault Twizy: das Elektro-Leichtfahrzeug für die Stadt

Ein Pionier der elektrischen Kleinstmobilität

Als Renault 2012 den Twizy auf den Markt brachte, war er seiner Zeit voraus: ein knuffiges, zweisitziges Elektrofahrzeug, das kompromisslos für die Stadt gemacht war. Mit nur 2,3 Metern Länge, 1,2 Metern Breite und einem Wendekreis von gerade einmal 3,4 Metern schlüpfte er durch jede Lücke und fand überall einen Parkplatz. Der Twizy war kein vollwertiges Auto und wollte auch keines sein - er war die konsequente Antwort auf die Frage, wie urbane Mobilität mit minimalem Platz- und Energiebedarf aussehen kann.

Zwei Varianten für zwei Zielgruppen

Den Twizy gab es in zwei Ausführungen, die sich an unterschiedliche Fahrer richteten:

  • Twizy 45: Mit 4 kW und bis zu 45 km/h galt er als Leichtkraftfahrzeug - fahrbar bereits ab 16 Jahren mit Mopedausweis. Ideal für Jugendliche und kurze Stadtwege.
  • Twizy 80: Die stärkere Version mit 13 kW erreichte bis zu 80 km/h und kam auf rund 100 Kilometer Reichweite. Sie erforderte einen entsprechenden Führerschein.

In Österreich startete der Twizy im April 2012 zu einem Einstiegspreis von rund 6.990 Euro - allerdings ohne Batterie, die man damals separat mietete. Wer eine Photovoltaikanlage hatte, konnte den Twizy günstig mit eigenem Sonnenstrom laden.

Kein Auto im rechtlichen Sinn

Eine Besonderheit prägte den Twizy: Rechtlich war er kein Personenkraftwagen, sondern ein Leichtkraftfahrzeug - ähnlich einem Quad. Das erklärte auch die reduzierte Ausstattung: offene Seiten (Türen mit Fenstern gab es nur gegen Aufpreis), einfache Sitze und ein spartanisches Cockpit. Der Twizy war Fortbewegung auf das Wesentliche reduziert - was ihn günstig, leicht und effizient machte, aber eben auch kompromissbereit gegenüber Komfort und Wetter.

Das Ende - und die Nachfolger

So charmant der Twizy war, ein Massenerfolg wurde er nie. Renault ließ die Produktion 2022 auslaufen und stellte sie 2023 endgültig ein. Auf dem Gebrauchtmarkt taucht er weiterhin auf - meist zu Preisen zwischen rund 3.000 und 9.000 Euro - und hat eine treue Fangemeinde. Seine Idee lebt aber weiter: Das Segment der elektrischen Microcars ist heute lebendiger denn je. Fahrzeuge wie der Citroën Ami, der baugleiche Opel Rocks-e oder der stylische Microlino führen den Gedanken der minimalistischen Stadt-Elektromobilität fort - oft ebenfalls als Leichtfahrzeuge, die schon Jugendliche fahren dürfen.

Für wen so ein Leichtfahrzeug passt

Ein Microcar wie einst der Twizy ist die richtige Wahl für alle, die überwiegend kurze Strecken in der Stadt zurücklegen, wenig Platz zum Parken haben und ein Zweitfahrzeug oder einen Autoersatz suchen. Wer regelmäßig weitere Strecken fährt oder Wetterschutz und Platz braucht, ist mit einem kompakten Elektroauto besser bedient - ein Blick lohnt sich auf die interessantesten Elektroautos.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein gebrauchter Twizy noch?

Für den reinen Stadteinsatz kann er als günstiger, wartungsarmer Zweitwagen durchaus Sinn ergeben. Wichtig ist, den Zustand der Batterie zu prüfen - dieselbe Regel wie beim Gebraucht-Elektroauto generell. Prüfen Sie außerdem, ob die Batterie gekauft oder gemietet ist: Viele frühe Twizy liefen mit Batteriemiete (rund 50 Euro im Monat) - klären Sie vor dem Kauf, ob und zu welchen Konditionen sich der Vertrag übertragen lässt.

Braucht man für ein Microcar einen Autoführerschein?

Nicht zwingend. Viele Microcars sind als Leichtfahrzeuge eingestuft und dürfen bereits mit dem Mopedausweis ab 15 oder 16 Jahren gefahren werden - genau das machte schon den Twizy 45 so attraktiv für junge Fahrer.