Erneuerbare Energie

Solarcarport: Mit dem Carportdach Solarenergie nutzen

Von der Redaktion · 4. Juli 2026 · 7 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Solarcarport ist ein überdachter Stellplatz, dessen Dach aus Photovoltaikmodulen besteht - er schützt das Auto und erzeugt zugleich Strom.
  • Die ideale Kombination: Das E-Auto wird direkt mit dem eigenen Sonnenstrom vom Carportdach geladen - günstiger und klimafreundlicher geht Tanken nicht.
  • Der Solarstrom vom Carport wird über denselben EAG-Investitionszuschuss gefördert wie eine Dachanlage, dazu kommt die Wallbox-Förderung.
  • Ein Solarcarport lohnt sich besonders, wenn das Hausdach ungeeignet ist oder zusätzliche Fläche für mehr Solarstrom gebraucht wird.
Solarcarport: Mit dem Carportdach Solarenergie nutzen

Zwei Funktionen auf einer Fläche

Ein Carport schützt das Auto vor Sonne, Schnee und Hagel - und liegt dabei den ganzen Tag frei in der Sonne. Genau diese Fläche nutzt der Solarcarport: Sein Dach besteht nicht aus einfachem Blech oder Holz, sondern aus Photovoltaikmodulen. So erfüllt der Stellplatz zwei Aufgaben zugleich - er überdacht das Fahrzeug und erzeugt gleichzeitig sauberen Strom. Eine clevere Doppelnutzung, die keine zusätzliche Grundfläche kostet - dasselbe Prinzip nutzt die Agri-Photovoltaik auf dem Acker.

Die ideale Kombination: Sonne tankt Auto

Der eigentliche Reiz entfaltet sich beim E-Auto. Steht das Fahrzeug tagsüber unter dem Solarcarport, kann es über eine integrierte Wallbox direkt mit dem Strom vom eigenen Dach geladen werden. Günstiger und klimafreundlicher lässt sich ein Auto nicht betanken: Die Sonne liefert die Energie gratis, der Weg vom Modul zum Akku ist denkbar kurz. Wer sein Elektroauto so lädt, macht sich weitgehend unabhängig von Strom- und Spritpreisen.

Kosten und Förderung

Ein Solarcarport kostet mehr als ein einfacher Carport - schließlich steckt eine komplette PV-Anlage im Dach. Dafür gibt es aber attraktive Förderung: Der Solarstrom vom Carport wird über denselben EAG-Investitionszuschuss gefördert wie eine Dachanlage, also mit 150 Euro pro kWp bis 10 kWp. Dazu kommt die Wallbox-Förderung für die Ladestation. Die genauen Sätze und den Antragsweg finden Sie in den Ratgebern zur PV-Förderung und zur Wallbox-Förderung. Über die Jahre amortisiert sich der Aufpreis durch den erzeugten und selbst genutzten Strom.

Wann sich ein Solarcarport besonders lohnt

Nicht für jeden ist der Solarcarport die erste Wahl - aber in einigen Situationen ist er ideal:

  • Ungeeignetes Hausdach: Wenn das Dach schlecht ausgerichtet, verschattet oder denkmalgeschützt ist, bietet der Carport eine freie, gut besonnte Alternativfläche.
  • Zusätzlicher Strombedarf: Wer mit Wärmepumpe und E-Auto viel Strom braucht, gewinnt über den Carport zusätzliche Erzeugungsfläche.
  • Neubau: Beim Neubau lässt sich der Solarcarport von Anfang an einplanen - statisch, elektrisch und optisch ein Guss.

Worauf Sie achten sollten

  • Statik und Ausrichtung: Das Dach muss die Modul- und Schneelast tragen und möglichst gut zur Sonne zeigen.
  • Verkabelung zum Haus: Der erzeugte Strom sollte einfach ins Hausnetz und zur Wallbox geführt werden können.
  • Genehmigung: Je nach Größe und Gemeinde kann ein Carport bewilligungspflichtig sein - vorab bei der Baubehörde klären.
  • Speicheroption: In Kombination mit einem Stromspeicher lässt sich der Sonnenstrom auch abends nutzen, wenn das Auto zu Hause steht.

Häufige Fragen

Reicht ein einzelner Carport-Stellplatz für genug Strom?

Auf einen Einzelcarport passen je nach Größe rund 2 bis 3 kWp, auf einen Doppelcarport 4 bis 6 kWp. Ein Einzelcarport liefert damit grob 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr - genug, um einen guten Teil des Ladestroms fürs E-Auto beizusteuern. Ein Doppelcarport oder die Kombination mit einer Dachanlage bringt entsprechend mehr.

Kann ich einen bestehenden Carport nachrüsten?

Oft ja, sofern die Statik passt und das Dach geeignet ausgerichtet ist. Ein Fachbetrieb prüft die Tragfähigkeit und plant die Module und die Elektrik passend ein.