Heizen

Warmwasser-Wärmepumpe (Brauchwasserwärmepumpe): Kosten und Nutzen

Von der Redaktion · 6. Juli 2026 · 6 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Brauchwasserwärmepumpe erwärmt nur das Warmwasser - sie entzieht die Wärme der Umgebungsluft und braucht dafür nur einen Bruchteil des Stroms eines Elektroboilers.
  • Mit einer Leistungszahl (COP) von 3 bis 3,5 spart sie bis zu 70 Prozent der Warmwasserkosten; ein Vierpersonenhaushalt braucht nur rund 450 bis 500 kWh Strom im Jahr.
  • Die Anschaffung liegt inklusive Einbau meist bei rund 2.500 bis 4.500 Euro; einzelne Bundesländer fördern zusätzlich.
  • Sie gehört in einen Keller- oder Technikraum mit etwas Luftvolumen - als Nebeneffekt entfeuchtet sie den Raum und beugt Schimmel vor.
Warmwasser-Wärmepumpe (Brauchwasserwärmepumpe): Kosten und Nutzen

Was eine Warmwasser-Wärmepumpe ist

Nicht jede Wärmepumpe heizt das ganze Haus. Die Warmwasser- oder Brauchwasserwärmepumpe hat eine viel kleinere Aufgabe: Sie erwärmt ausschließlich das Warmwasser für Dusche, Bad und Küche. Dafür entzieht sie der Umgebungsluft - meist im Keller - die Wärme und hebt sie mit etwas Strom auf Warmwassertemperatur. Sie ist damit die clevere Nachfolgerin des stromfressenden Elektroboilers und ideal für Haushalte, die ihr Warmwasser bisher direkt mit Strom erhitzen.

Warum sie so sparsam ist

Der Trick ist derselbe wie bei jeder Wärmepumpe: Sie erzeugt die Wärme nicht, sie sammelt sie ein. Mit einer Leistungszahl (COP) von 3 bis 3,5 macht sie aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Wärme - ein Elektroboiler braucht für dieselbe Wärme dreimal so viel Strom. Das senkt die Warmwasserkosten um bis zu 70 Prozent. Konkret: Ein Vierpersonenhaushalt kommt mit rund 450 bis 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr aus, das sind grob 150 bis 200 Euro. Wer den Strom mit einer eigenen PV-Anlage erzeugt, heizt das Wasser fast gratis.

Kosten und Förderung

Eine Brauchwasserwärmepumpe kostet inklusive Einbau meist rund 2.500 bis 4.500 Euro - deutlich weniger als eine Heizungs-Wärmepumpe fürs ganze Haus. Über die niedrigen Betriebskosten holt man den Aufpreis gegenüber einem Boiler rasch herein. Eine eigene Bundesförderung nur für die Brauchwasserwärmepumpe ist nicht garantiert, aber einzelne Bundesländer bezuschussen sie - Burgenland etwa mit einigen hundert Euro, Niederösterreich und Wien mit deutlich mehr. Ein Blick auf die Landesförderung lohnt sich.

Wohin damit? Der richtige Standort

Weil das Gerät der Raumluft Wärme entzieht, braucht es einen Raum mit etwas Luftvolumen und guter Belüftung - der Keller, Technik- oder Hauswirtschaftsraum ist ideal. Rund einen halben bis einen Quadratmeter Stellfläche sollte man einplanen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Wärmepumpe entfeuchtet den Aufstellraum und beugt so Schimmelbildung im Keller vor. In einer beheizten Wohnung sollte man sie dagegen nicht aufstellen - sie würde dem Wohnraum die Wärme klauen.

Für wen sie sich lohnt

Die Brauchwasserwärmepumpe ist die beste Wahl für alle, die ihr Warmwasser bisher mit einem Elektroboiler machen und einen geeigneten Kellerraum haben - hier ist die Ersparnis am größten. Wer ohnehin die ganze Heizung tauscht, deckt das Warmwasser meist gleich mit der großen Wärmepumpe oder mit Solarthermie ab. Für den gezielten Ersatz eines Stromboilers aber ist sie die einfachste und wirtschaftlichste Lösung.

Häufige Fragen

Kann ich den Elektroboiler einfach ersetzen?

In den meisten Fällen ja. Die Brauchwasserwärmepumpe wird anstelle des Boilers aufgestellt und an dieselbe Warmwasserleitung angeschlossen. Voraussetzung ist ein geeigneter, ausreichend belüfteter Raum wie der Keller.

Wird es im Keller dadurch kalt?

Der Raum kühlt etwas ab, weil die Wärme der Luft entzogen wird - im unbeheizten Keller ist das unproblematisch und sogar erwünscht, weil die Anlage zugleich die Feuchtigkeit senkt. In einem beheizten Raum sollte man sie nicht betreiben.

Wie laut ist so ein Gerät?

Moderne Geräte laufen mit einem leisen Ventilator - im Keller stört das in der Regel niemanden. Wer empfindlich ist, achtet beim Kauf auf einen niedrigen Schallleistungspegel.