Infrarotheizung: Kosten, Stromverbrauch und wann sie sinnvoll ist
- Infrarotheizungen erwärmen über Strahlung direkt Körper und Flächen im Raum, nicht die Luft - das fühlt sich schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur behaglich an.
- In der Anschaffung sind sie günstig (rund 200 bis 700 Euro pro Paneel, keine Rohrverlegung), im Betrieb aber teuer, weil sie mit teurem Strom heizen.
- Der Bedarf liegt bei rund 30 Watt pro Quadratmeter im Niedrigenergiehaus, 50 im Neubau und 70 bis 90 im schlecht gedämmten Altbau.
- Sinnvoll sind sie vor allem als Zusatzheizung für einzelne Räume - als Hauptheizung nur im sehr gut gedämmten Haus oder in Kombination mit eigenem PV-Strom.

Wie eine Infrarotheizung funktioniert
Eine Infrarotheizung erwärmt nicht die Raumluft, sondern über Wärmestrahlung direkt die Körper, Möbel und Wände im Raum - ähnlich wie die Sonne auf der Haut. Das hat einen angenehmen Effekt: Man empfindet die Wärme oft schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur als behaglich. Die Paneele sind flach, lassen sich als Bild oder Spiegel kaschieren und brauchen weder Rohre noch einen Heizkessel - nur eine Steckdose.
Was eine Infrarotheizung kostet
Der große Vorteil liegt in der Anschaffung. Ein einzelnes Paneel kostet je nach Leistung und Oberfläche rund 200 bis 700 Euro. Weil keine aufwendige Verlegung von Leitungen und Heizungsrohren nötig ist, liegen die Anschaffungskosten insgesamt 30 bis 70 Prozent unter denen anderer Heizsysteme. Für die schnelle Nachrüstung eines einzelnen Raums ist das unschlagbar günstig.
Der Haken: die Stromkosten
So günstig die Anschaffung, so teuer der Betrieb - denn Strom ist der teuerste Energieträger. Wie viel eine Infrarotheizung braucht, hängt stark von der Dämmung ab:
- Niedrigenergiehaus: rund 30 Watt pro Quadratmeter
- durchschnittlicher Neubau: etwa 50 Watt pro Quadratmeter
- schlecht gedämmter Altbau: 70 bis 90 Watt pro Quadratmeter
Ein Rechenbeispiel: Ein 20-Quadratmeter-Raum, an rund 200 Heiztagen im Jahr beheizt, kommt bei österreichischen Strompreisen leicht auf rund 600 Euro Heizkosten pro Jahr - für einen einzigen Raum. Als Heizung für ein ganzes Haus summiert sich das schnell auf ein Vielfaches der Kosten einer Wärmepumpe.
Wann sich Infrarot wirklich lohnt
Die hohen Betriebskosten fallen nur ins Gewicht, wenn viel geheizt wird. Genau deshalb hat die Infrarotheizung ihre berechtigten Einsatzgebiete:
- Zusatzheizung für einzelne Räume: Bad, Homeoffice oder Hobbyraum, die nur kurz und gezielt warm sein sollen.
- Selten genutzte Räume: Gästezimmer oder Keller, wo die niedrige Anschaffung überwiegt.
- Sehr gut gedämmte Häuser: Im Passiv- oder Niedrigstenergiehaus ist der Wärmebedarf so gering, dass die Stromkosten kaum ins Gewicht fallen.
- Mit eigener PV-Anlage: Wer den Strom selbst mit einer Photovoltaikanlage erzeugt, relativiert die hohen Kosten - vor allem in der sonnenreichen Übergangszeit.
Als alleinige Hauptheizung für ein normales Haus ist Infrarot dagegen meist zu teuer. Wie sich Heizsysteme generell unterscheiden, zeigt der Ratgeber zur Elektroheizung.
Häufige Fragen
Ist eine Infrarotheizung effizienter als andere Elektroheizungen?
Physikalisch nicht: Auch die Infrarotheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme. Der Komfortvorteil liegt darin, dass die Strahlungswärme oft schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur als angenehm empfunden wird - das kann in der Praxis etwas Energie sparen.
Wird eine Infrarotheizung gefördert?
Als reine Elektro-Hauptheizung in der Regel nicht - gefördert wird meist der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder Biomasse. Als gezielte Zusatzheizung kann sie im Einzelfall dennoch die wirtschaftlichere Lösung sein.
Trocknet Infrarotwärme die Luft aus?
Nein. Weil die Infrarotheizung nicht primär die Luft, sondern Flächen erwärmt, wirbelt sie weniger Staub auf und trocknet die Luft tendenziell weniger aus als eine Konvektionsheizung.