Klimaanlage und Kühlen mit der Wärmepumpe: Kosten und Verbrauch
- Bevor eine aktive Klimaanlage kommt, sollten die passiven Maßnahmen ausgeschöpft sein: außenliegende Verschattung, Nachtlüftung und eine gut gedämmte oberste Geschossdecke.
- Eine Split-Klimaanlage mit 2,5 kW Kühlleistung verbraucht über einen Sommer meist nur rund 50 bis 100 Euro Strom, kostet aber inklusive Montage rund 1.550 bis 4.500 Euro.
- Eine Split-Klimaanlage ist im Kern eine reversible Wärmepumpe - sie kann im Winter effizient heizen und im Sommer kühlen.
- Wer eine Erdwärmepumpe hat, kann oft besonders sparsam über 'passive Kühlung' kühlen und spart dabei gegenüber aktiver Kühlung deutlich Strom.

Zuerst passiv: Hitze gar nicht erst hereinlassen
Heiße Sommer machen Kühlung zunehmend zum Thema - doch die günstigste Kühlung ist die, die man nicht braucht. Bevor eine aktive Anlage angeschafft wird, sollten die passiven Maßnahmen ausgeschöpft sein: außenliegende Verschattung (etwa Rollläden oder Raffstores), konsequente Nachtlüftung und eine gut gedämmte oberste Geschossdecke. Ein außenliegender Sonnenschutz allein hält einen Großteil der Sonnenwärme ab und kann Räume um mehrere Grad kühler halten - ganz ohne Stromverbrauch. Erst wenn das nicht reicht, lohnt die Investition in eine aktive Klimaanlage.
Die Split-Klimaanlage: Kosten und Verbrauch
Der Klassiker der aktiven Kühlung ist die Split-Klimaanlage mit einem Außen- und einem oder mehreren Innengeräten. Beim Verbrauch ist sie erstaunlich sparsam: Ein Gerät mit 2,5 Kilowatt Kühlleistung zieht im Betrieb rund 700 bis 900 Watt. Über einen Sommer mit einigen hundert Betriebsstunden summiert sich das auf rund 50 bis 100 Euro Stromkosten. Teurer ist die Anschaffung: Inklusive fachgerechter Montage durch einen Kältetechniker - mit Wanddurchbruch, Verrohrung und Kältemittelbefüllung - liegt eine Split-Anlage bei rund 1.550 bis 4.500 Euro.
Kühlen mit der Wärmepumpe
Der entscheidende Punkt: Eine moderne Split-Klimaanlage ist im Prinzip nichts anderes als eine reversible Wärmepumpe. Sie kann den Kreislauf umkehren und damit sowohl kühlen als auch heizen - im Übergangswinter oft bis etwa minus 5 Grad Außentemperatur effizient. Wer ohnehin über eine Wärmepumpe zum Heizen nachdenkt, bekommt die Kühlfunktion also praktisch mitgeliefert.
Besonders sparsam kühlt eine Erdwärmepumpe: Über die sogenannte passive Kühlung (auch "natural cooling") wird die konstant kühle Temperatur des Erdreichs direkt genutzt, ohne dass der Verdichter läuft. Das spart gegenüber der aktiven Kühlung einen Großteil des Stroms - ein oft übersehener Nebenvorteil der Erdwärme.
Worauf beim Kauf achten
- Effizienzkennwerte: Der SEER-Wert steht für die Effizienz im Kühlbetrieb, der SCOP-Wert für das Heizen - je höher, desto sparsamer.
- Richtige Dimensionierung: Ein zu großes Gerät taktet ineffizient, ein zu kleines kühlt nicht ausreichend - die Kühllast sollte fachlich ermittelt werden.
- Montage vom Profi: Der Umgang mit Kältemittel ist Sache eines befugten Kältetechnikers, auch aus rechtlichen Gründen.
- Eigener Solarstrom: Gekühlt wird genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint - eine PV-Anlage liefert den Kühlstrom oft nahezu gratis.
Häufige Fragen
Wie teuer ist eine Klimaanlage im Betrieb wirklich?
Weniger, als viele denken. Eine Split-Anlage mit 2,5 kW verbraucht über einen typischen Sommer meist nur rund 50 bis 100 Euro Strom - vor allem, wenn passive Maßnahmen die Hitze schon reduzieren und eigener PV-Strom den Bedarf deckt.
Kann jede Wärmepumpe auch kühlen?
Nicht jede, aber viele. Reversible Luft-Wärmepumpen und Split-Klimaanlagen können aktiv kühlen; Erdwärmepumpen bieten zusätzlich die sehr sparsame passive Kühlung. Ob Ihr Gerät kühlen kann, steht im Datenblatt oder klärt der Installateur.
Brauche ich für eine Split-Klimaanlage eine Genehmigung?
Das Innengerät ist unproblematisch, beim Außengerät können je nach Gemeinde, Lärmschutz und Fassade Auflagen gelten - bei Mietwohnungen ist zudem die Zustimmung des Eigentümers nötig. Im Zweifel vorab bei der Gemeinde nachfragen.