Strompreisbremse Österreich: So funktioniert der neue 10-Cent-Deckel
- Der Ministerrat hat am 16. September 2026 die neue Strompreisbremse in Begutachtung geschickt: Der Arbeitspreis wird für 2.900 kWh im Jahr auf 10 Cent netto gedeckelt - automatisch, ohne Antrag.
- Ausgelöst wird der Deckel nur, wenn der Großhandelspreis drei Monate über 165 Euro je MWh und der Haushaltspreis über 16,5 Cent netto liegt. Derzeit sind es 109 Euro und rund 14 Cent.
- Bezahlt wird die Bremse aus dem Energiekrisenbeitrag der Stromerzeuger, nicht aus dem Budget. Die alte Bremse hatte den Bund 3,8 Milliarden Euro gekostet.
- Der Netzkostenzuschuss ist Ende 2024 ausgelaufen. An seine Stelle ist seit April 2026 der Sozialtarif von 6 Cent für Haushalte mit ORF-Beitragsbefreiung getreten.

Die Strompreisbremse kommt zurück: der Beschluss vom 16. September 2026
Knapp zwei Jahre nach dem Ende der alten Stromkostenbremse hat der Ministerrat am 16. September 2026 ihre Nachfolgerin auf den Weg gebracht. Der Energiepreis-Krisenmechanismus Strom deckelt den Arbeitspreis für Haushalte auf 10 Cent netto je Kilowattstunde, sobald zwei Schwellenwerte überschritten sind - automatisch, ohne neuen Regierungsbeschluss und ohne Antrag. Der Gesetzesentwurf geht jetzt in Begutachtung, der Beschluss im Nationalrat ist noch für 2026 geplant.
Der Unterschied zur Bremse von 2022 liegt weniger im Preis als im Auslöser. Damals musste die Politik erst die Krise feststellen und ein Gesetz beschließen, während die Rechnungen längst gestiegen waren. Die neue Bremse ist ein Schutzschirm, der von selbst aufgeht. Oder eben nicht: Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) sagte bei der Präsentation, sie hoffe, „dass dieser Deckel niemals zur Anwendung kommt".
Die Eckdaten, wie sie Wirtschaftsministerium und Bundeskanzleramt genannt haben:
- Deckel: 10 Cent netto je kWh auf den Arbeitspreis, also den reinen Energiepreis, für Haushalte
- Kontingent: 2.900 kWh pro Jahr und Haushalt, darüber gilt der Marktpreis
- Auslöser: Großhandelspreis über 165 Euro je MWh und Endkundenpreis über 16,5 Cent - beides gleichzeitig
- Abwicklung: automatisch über die Stromrechnung, geprüft wird monatlich von der E-Control
- Finanzierung: aus dem Energiekrisenbeitrag Strom, nicht aus dem Budget
- Betriebe: variabler Zuschuss je bezogener kWh, ebenfalls ohne Antrag
Stand: 16. September 2026. Der Gesetzestext ist noch nicht veröffentlicht. Details wie der Nachlauf nach Krisenende und die Bemessung des Zuschusses für Betriebe können sich in der Begutachtung noch ändern.
Wann die Bremse greift: zwei Schwellen, beide müssen fallen
Der Mechanismus springt nicht bei der ersten Preisspitze an. Er verlangt zwei Bedingungen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen:
- Großhandel: Der Preis der Monatsfutures für Strom liegt im Sechsmonatsdurchschnitt drei Monate hintereinander über 165 Euro je Megawattstunde, das sind 16,5 Cent je kWh.
- Endkunden: Der durchschnittliche Arbeitspreis der Hauptprodukte der Stromversorger für Haushalte übersteigt 16,5 Cent netto je kWh.
Die E-Control prüft beide Werte monatlich. Sind sie überschritten, wird der Arbeitspreis für die ersten 2.900 kWh im Jahr auf 10 Cent eingefroren. Laut der Einigung vom Mai läuft die Bremse nach dem Ende der Krise noch drei Monate weiter, damit der Preis nicht von einem Monat auf den nächsten zurückspringt.
Die Doppelschwelle hat einen Grund. Der Großhandelspreis allein sagt wenig über die Rechnung aus, weil Versorger ihren Strom Monate im Voraus einkaufen und Preisspitzen erst verzögert weitergeben. Der Endkundenpreis allein reagiert träge und könnte auch ohne echte Krise steigen. Erst wenn beide zugleich hoch sind, gilt die Krise als eingetreten. Genau an dieser Doppelschwelle setzt die Kritik der Opposition an.
Was der Deckel auf Ihrer Rechnung bringt
Gedeckelt wird nur der Arbeitspreis. Netzentgelte, Elektrizitätsabgabe, Ökostrombeitrag und Umsatzsteuer laufen unverändert weiter. Die Ersparnis ist deshalb die Differenz zwischen Ihrem Arbeitspreis und 10 Cent, multipliziert mit höchstens 2.900 kWh:
| Arbeitspreis netto | Ersparnis je kWh | Ersparnis pro Jahr (2.900 kWh) | inkl. 20 % USt |
|---|---|---|---|
| 16,5 Cent (Schwelle) | 6,5 Cent | 188,50 € | 226,20 € |
| 20 Cent | 10 Cent | 290,00 € | 348,00 € |
| 25 Cent | 15 Cent | 435,00 € | 522,00 € |
| 30 Cent | 20 Cent | 580,00 € | 696,00 € |
| 40 Cent | 30 Cent | 870,00 € | 1.044,00 € |
Rechenweg: (Arbeitspreis - 10 Cent) × 2.900 kWh. Die Bruttospalte rechnet die 20 Prozent Umsatzsteuer dazu, die auf den entfallenen Energiepreis nicht mehr anfallen.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens bringt die Bremse an der Schwelle selbst nur knapp 19 Euro brutto im Monat. Richtig wirksam wird sie erst bei Preisen, wie sie 2022 und 2023 herrschten: Bei 40 Cent, dem Wert, bis zu dem die alte Bremse abfederte, wären es über 1.000 Euro im Jahr. Zweitens ist das Kontingent fix. Ein Vierpersonenhaushalt mit 4.400 kWh zahlt für die letzten 1.500 kWh den vollen Marktpreis - bei 25 Cent sind das 375 Euro netto, die der Deckel nicht berührt. Einen Ergänzungszuschuss für größere Haushalte, wie ihn die alte Bremse hatte, sieht der neue Mechanismus bisher nicht vor.
Ob der Zuschuss eine Obergrenze bekommt, wie damals die 30 Cent je kWh, hat die Regierung bisher nicht gesagt. Das klärt erst der Gesetzestext.
Warum die Bremse derzeit nicht greift
Im September 2026 sind beide Schwellen weit entfernt. Die Regierung nennt einen durchschnittlichen Arbeitspreis von rund 14 Cent netto für Haushalte und einen Großhandelswert von 109 Euro je MWh. Bis zur Auslösung müsste der Endkundenpreis um rund 18 Prozent steigen, der Großhandelspreis um gut die Hälfte - und beides drei Monate lang anhalten.
Wer heute einen Vertrag mit 14 Cent hat, bekommt vom Deckel deshalb nichts, und das ist so gewollt: Der Mechanismus ersetzt keinen günstigen Tarif, er fängt nur den Ausreißer nach oben ab. Wie weit die Tarife derzeit auseinanderliegen, zeigt der Überblick zu den aktuellen Strompreisen in Österreich: Zwischen günstigen Neukundentarifen und teuren Bestandstarifen liegen je nach Bundesland mehrere hundert Euro im Jahr.
Wer die Bremse bezahlt: der Energiekrisenbeitrag Strom
Die alte Stromkostenbremse kostete den Bund laut Oesterreichs Energie 3,8 Milliarden Euro. Die neue soll das Budget nicht belasten. Finanziert wird sie aus den Mehreinnahmen des Energiekrisenbeitrags Strom, einer Abschöpfung von Übergewinnen bei Stromerzeugern, die seit 2022 gilt und im Zuge der Budgetsanierung 2025 bis 2030 verlängert wurde.
Der Beitrag funktioniert so: Erzeuger mit Anlagen ab einem Megawatt Leistung dürfen am Markt höchstens 90 Euro je MWh behalten, 100 Euro bei Anlagen, die seit April 2025 in Betrieb sind. Von allem, was darüber liegt, gehen 95 Prozent an den Staat. Steigt der Großhandelspreis auf 165 Euro und mehr, wächst dieser Überschuss automatisch, und aus diesem Zuwachs soll der Deckel bezahlt werden. Wasserkraft und Windkraft produzieren in einer Gaspreiskrise nicht teurer, verkaufen aber zum Krisenpreis. Diese Differenz fließt an die Haushalte zurück.
Das Modell rechnet nur auf, solange die Krise über den Großhandel kommt. Steigen allein die Endkundenpreise, etwa weil Versorger ihre Margen erhöhen, ist die erste Schwelle nicht erfüllt - und die Bremse bleibt aus.
Alt gegen neu: was sich geändert hat
| Stromkostenbremse 2022 bis 2024 | Krisenmechanismus (Entwurf 2026) | |
|---|---|---|
| Auslöser | politischer Beschluss, Gesetz im Oktober 2022 | automatisch bei 165 €/MWh und 16,5 Cent, monatlich geprüft |
| Deckel | 10 Cent netto je kWh | 10 Cent netto je kWh |
| Kontingent | 2.900 kWh pro Jahr | 2.900 kWh pro Jahr |
| Höchstzuschuss | 30 Cent je kWh, ab Juli 2024 15 Cent | bisher keine Obergrenze genannt |
| Größere Haushalte | Ergänzungszuschuss 105 € je weiterer Person | nicht vorgesehen |
| Einkommensschwache Haushalte | Netzkostenzuschuss: 75 % der Netzkosten, max. 200 € | Sozialtarif 6 Cent seit April 2026, unabhängig von der Bremse |
| Betriebe | eigene Bremse für Gewerbe und Landwirtschaft bis Juni 2025 | variabler Zuschuss je kWh |
| Laufzeit | 1. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2024 | solange die Schwellen überschritten sind, plus Nachlauf |
| Finanzierung | Bundesbudget, 3,8 Mrd. € | Energiekrisenbeitrag Strom |
Was die alte Stromkostenbremse gebracht hat
Die Stromkostenbremse galt vom 1. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2024. Für die ersten 2.900 kWh im Jahr, rund 80 Prozent des Verbrauchs eines Dreipersonenhaushalts, zahlte der Haushalt 10 Cent netto je kWh. Die Differenz zum Vertragspreis übernahm der Bund, bis zu 30 Cent je kWh. Wer einen Tarif von 25 Cent hatte, bekam also 15 Cent je kWh ersetzt, wer 40 Cent zahlte, die vollen 30 Cent. Was über 40 Cent hinausging, blieb beim Haushalt. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutete das laut Oesterreichs Energie bis zu 500 Euro Ersparnis im Jahr.
Mit 1. Juli 2024 wurde der Zuschuss halbiert: höchstens 15 Cent je kWh, Obergrenze 25 Cent. Bei den bis dahin gesunkenen Tarifen machte das für die meisten kaum einen Unterschied, weil der Zuschuss ohnehin selten über 15 Cent lag.
Ergänzungszuschuss für größere Haushalte
Weil 2.900 kWh für Familien knapp bemessen sind, gab es ab Jänner 2023 den Stromkostenergänzungszuschuss: 105 Euro pro Jahr für jede Person ab der vierten, die im Haushalt hauptgemeldet war - unabhängig vom Verbrauch, ausbezahlt in Tranchen von 61,25 Euro für Dezember 2022 bis Juni 2023 und danach je 52,50 Euro pro Halbjahr. Rund 700.000 Adressen waren berechtigt. Etwa 60 Prozent bekamen das Geld automatisch, der Rest musste es beantragen. Bis Oktober 2024 flossen laut Finanzministerium 88,6 Millionen Euro. Die Antragsfrist endete mit Ende 2024.
Der Netzkostenzuschuss
Der Netzkostenzuschuss richtete sich an einkommensschwache Haushalte, konkret an jene mit Befreiung von den Ökostrom-Förderkosten, also die frühere GIS-Befreiung. Vom 1. Jänner 2023 bis 31. Dezember 2024 übernahm der Bund 75 Prozent der Netzkosten, höchstens 200 Euro pro Jahr. Auch das lief automatisch über die Rechnung. Eine Neuauflage gibt es nicht. Für diese Haushalte gilt stattdessen seit April 2026 der Sozialtarif, der den Energiepreis statt der Netzkosten senkt.
Das Ende zum Jahreswechsel 2025
Mit dem Auslaufen der Bremse fielen gleich mehrere Stützen auf einmal weg: der Zuschuss selbst, die auf 0,1 Cent gesenkte Elektrizitätsabgabe, die auf 1,5 Cent zurückging, und die ausgesetzte Erneuerbaren-Förderpauschale von 19,02 Euro im Jahr. Obendrauf stiegen die Netzentgelte 2025 im Schnitt um 23 Prozent. Das Sozialministerium rechnete damals vor, dass ein Haushalt mit 2.900 kWh, der 2024 mit Bremse 290 Euro für die Energie zahlte, ohne Tarifwechsel auf 696 Euro kommen würde; die Empfehlungen von damals stehen unter https://www.konsumentenfragen.at/konsumentenfragen/Bauen__Wohnen_und_Versorgungsleistungen/News/Ende-der-Strompreisbremse-Was-tun-.html. Die Bremse für Gewerbe und Landwirtschaft, die eigens beantragt werden musste, lief noch bis 30. Juni 2025. Eine Übersicht der alten Fördersätze steht unter https://www.finanz.at/zuschuesse/strompreisbremse/.
Was 2026 auch ohne Bremse gilt
Parallel zum Krisenmechanismus hat die Regierung mehrere Entlastungen beschlossen, die unabhängig von den Schwellenwerten wirken:
- Elektrizitätsabgabe: für Haushalte 2026 von 1,5 auf 0,1 Cent je kWh gesenkt, bei 3.500 kWh rund 50 Euro im Jahr. Die Senkung gilt nur für das Jahr 2026.
- Ökostrombeitrag: 2026 um 14 Prozent reduziert, rund 10 Euro pro Haushalt.
- Netzkosten: Mit 450 Millionen Euro aus dem Regulierungskonto steigen die Stromnetzentgelte 2026 im Schnitt nur um 1,3 Prozent statt um 23 Prozent wie 2025.
- Sozialtarif: Seit 1. April 2026 zahlen rund 280.000 Haushalte mit ORF-Beitragsbefreiung 6 Cent netto je kWh für die ersten 2.900 kWh - automatisch, ohne Antrag, gesetzlich bis März 2036. Dieser Tarif bleibt auch bei aktiver Bremse bei 6 Cent. Weitere Hilfen für Betroffene stehen im Beitrag zu Energiearmut und Heizkostenzuschuss.
- Industrie: Ab 1. Jänner 2027 kommt der Industriestrompreis für rund 400 energieintensive Betriebe, dazu der erweiterte Stromkosten-Ausgleich für 120 statt 60 Unternehmen - zusammen 250 Millionen Euro pro Jahr bis 2029.
Kritik: zu hohe Schwellen oder zu früh ausgerufen?
Die Kritik kommt von zwei Seiten, und sie widerspricht sich. Die FPÖ hält die Auslöseschwellen für so hoch, dass der Mechanismus „womöglich gar nicht" greife; Energiesprecher Paul Hammerl fordert stattdessen, die staatlichen Preisbestandteile dauerhaft zu senken. Schon im Mai hatte die Partei die 10 Cent selbst als „noch immer viel zu hoch" bezeichnet. Die Grünen werfen der Regierung vor, den Mechanismus monatelang angekündigt zu haben, ohne einen Entwurf vorzulegen; Energiesprecher Lukas Hammer sprach davon, die Bevölkerung werde „an der Nase herumgeführt". Der WWF fordert eine soziale Staffelung und mehr Tempo beim Ausstieg aus fossiler Energie.
Von der anderen Seite kam im Mai der Einwand der Branchenvertretung Oesterreichs Energie: Österreich rufe die Krise früher aus, als es die EU-Regeln vorsehen. Der ÖGB vermisste Maßnahmen für Gas und Heizöl, die der Mechanismus nicht abdeckt.
Sachlich bleibt ein Punkt: Die Bremse ist so gebaut, dass sie bei einer Wiederholung von 2022 wirkt, bei einer schleichenden Verteuerung um zwei oder drei Cent aber stillhält. Wer sich vor Letzterem schützen will, ist beim Tarifvergleich besser aufgehoben als beim Warten auf den Deckel.
Zeitplan: was bis zum Inkrafttreten noch fehlt
- 27. Mai 2026: Einigung von ÖVP, SPÖ und NEOS im Ministerrat auf die Eckpunkte: 10-Cent-Garantie, Industriestrompreis, Verlängerung des Stromkosten-Ausgleichs.
- 16. September 2026: Der Ministerrat beschließt die Gesetzesentwürfe, die Begutachtung startet.
- Herbst 2026: Stellungnahmen, Regierungsvorlage, Beschluss im Nationalrat noch 2026 geplant, danach Bundesrat.
- 1. Jänner 2027: geplanter Start des Industriestrompreises. Ab wann der Haushaltsdeckel scharf ist, hängt vom Beschlussdatum ab. Greifen kann er ohnehin erst, wenn beide Schwellen fallen.
Der Entwurf erscheint nach der Veröffentlichung auf der Parlamentswebsite unter den Ministerialentwürfen. Während der Begutachtungsfrist kann dort jede Person eine Stellungnahme abgeben.
Was Sie jetzt tun können
Auf den Deckel zu warten ist keine Strategie, weil er im Normalbetrieb nichts bringt. Drei Hebel wirken sofort:
- Tarif prüfen: Liegt Ihr Arbeitspreis über 14 Cent, zahlen Sie mehr als der Durchschnitt. Der Anbieterwechsel dauert höchstens drei Wochen und bringt bei teuren Bestandstarifen mehrere hundert Euro im Jahr.
- Verbrauch kennen: Das Kontingent von 2.900 kWh deckt rund 80 Prozent des Verbrauchs eines Dreipersonenhaushalts ohne Wärmepumpe und E-Auto. Wer deutlich darüber liegt, profitiert von jeder Bremse nur zum Teil. Der Stromverbrauch nach Haushaltsgröße zeigt, wo Sie stehen.
- Netzkosten umgehen: In einer Energiegemeinschaft entfällt ein Teil der Netzentgelte, die weder ein Deckel noch ein Anbieterwechsel senkt.
Häufige Fragen
Gilt die neue Strompreisbremse schon?
Nein. Der Ministerrat hat den Entwurf am 16. September 2026 in Begutachtung geschickt, der Nationalrat soll noch 2026 beschließen. Auch danach greift der Deckel erst, wenn der Großhandelspreis drei Monate über 165 Euro je MWh und der Haushaltspreis über 16,5 Cent liegt. Derzeit sind es 109 Euro und rund 14 Cent.
Muss ich die Bremse beantragen?
Nein. Sobald die E-Control die Schwellen als überschritten feststellt, verrechnen die Versorger den Deckel automatisch auf der Stromrechnung, wie schon 2022 bis 2024.
Wie viel spare ich mit dem 10-Cent-Deckel?
Die Differenz zwischen Ihrem Arbeitspreis und 10 Cent, multipliziert mit höchstens 2.900 kWh. Bei 20 Cent sind das 290 Euro netto im Jahr, bei 30 Cent 580 Euro. Netzkosten, Abgaben und Umsatzsteuer bleiben unverändert.
Gibt es den Netzkostenzuschuss noch?
Nein, er ist mit 31. Dezember 2024 ausgelaufen. Für eine ähnliche Zielgruppe, Haushalte mit ORF-Beitragsbefreiung, gilt seit 1. April 2026 der Sozialtarif von 6 Cent netto je kWh für die ersten 2.900 kWh, automatisch und ohne Antrag.
Bekomme ich rückwirkend noch Geld aus der alten Bremse?
Nein. Der Stromkostenzuschuss lief automatisch über die Rechnung und ist abgeschlossen. Die Antragsfrist für den Ergänzungszuschuss ist mit Ende 2024 abgelaufen.
Gilt der Deckel auch für Betriebe?
Betriebe und andere Nicht-Haushaltskunden wie Schulen sollen im Krisenfall einen variablen Zuschuss je bezogener Kilowattstunde bekommen, ebenfalls automatisch über die Rechnung. Die Höhe steht erst im Gesetzestext. Energieintensive Industrie bekommt davon unabhängig ab 2027 den Industriestrompreis.