Energiewirtschaft

Strompreisbremse und Netzkostenzuschuss: Was 2026 davon übrig ist

Von der Redaktion · 4. Juli 2026 · 6 Min Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Stromkostenbremse deckelte von Dezember 2022 bis Ende 2024 den Preis für ein Grundkontingent von 2.900 kWh auf rund 10 Cent pro kWh - den Rest übernahm der Staat.
  • Der Netzkostenzuschuss federte 2024 zusätzlich die gestiegenen Netzentgelte ab.
  • Beide Entlastungen sind mit 31. Dezember 2024 ausgelaufen - eine vergleichbare pauschale Förderung gibt es 2026 nicht mehr.
  • Sparen lässt sich jetzt vor allem über einen Anbieterwechsel, eine Energiegemeinschaft und Eigenstrom aus Photovoltaik.
Strompreisbremse und Netzkostenzuschuss: Was 2026 davon übrig ist

Was die Strompreisbremse war

Als die Energiepreise 2022 explodierten, führte die Regierung die Stromkostenbremse ein. Von Dezember 2022 bis Ende 2024 wurde damit der Preis für ein Grundkontingent von 2.900 Kilowattstunden pro Jahr auf rund 10 Cent pro kWh gedeckelt. Lag der tatsächliche Preis darüber, übernahm der Staat die Differenz - bis zu einer Obergrenze. Verbrauch über dem Kontingent wurde zum vollen Marktpreis verrechnet. Für Haushalte mit mehreren Personen gab es auf Antrag ein zusätzliches Kontingent.

Die Bremse hat viele Haushalte spürbar entlastet - sie war aber von Anfang an als befristete Krisenmaßnahme gedacht.

Der Netzkostenzuschuss

Als sich abzeichnete, dass 2024 auch die Netzentgelte kräftig steigen, kam ein zweites Instrument dazu: der Netzkostenzuschuss. Er federte den Anstieg der Netzkosten teilweise ab, sodass die Erhöhung bei den Haushalten nicht voll durchschlug. Auch dieser Zuschuss war zeitlich befristet.

Warum beide ausgelaufen sind

Mit 31. Dezember 2024 endeten sowohl die Stromkostenbremse als auch der Netzkostenzuschuss. Der Grund: Die Großhandelspreise hatten sich weitgehend normalisiert, und die Entlastungen kosteten den Staat Milliarden. Gleichzeitig kehrte 2025 auch die volle Elektrizitätsabgabe zurück, die während der Krise gesenkt worden war. Für viele Haushalte war der Jahreswechsel 2024/25 deshalb ein spürbarer Kostensprung - nicht, weil der Strom teurer wurde, sondern weil die Stützen wegfielen.

Was 2026 gilt

Eine pauschale Preisbremse gibt es 2026 nicht mehr. Der Strompreis besteht wieder voll aus Energiepreis, Netzentgelt sowie Steuern und Abgaben. Die gute Nachricht: Die reine Energie ist gegenüber den Krisenjahren deutlich günstiger geworden. Die weniger gute: Netzentgelte und Abgaben steigen - und die lassen sich kaum beeinflussen.

Wie Sie jetzt sparen

Statt auf eine staatliche Bremse zu warten, lohnt sich der Blick auf die Teile der Rechnung, die man selbst steuern kann:

  • Anbieter wechseln: Beim Energiepreis liegt das größte Sparpotenzial. Ein Vergleich und Wechsel bringt je nach Bundesland oft über 100 Euro im Jahr - Details im Ratgeber zu den aktuellen Strompreisen.
  • Energiegemeinschaft beitreten: In einer Energiegemeinschaft entfallen ein großer Teil des Netzentgelts sowie einzelne Abgaben - eine dauerhafte Entlastung statt einer befristeten Bremse.
  • Eigenstrom erzeugen: Wer eine PV-Anlage hat, macht sich von Preisen und Abgaben unabhängiger - jede selbst genutzte Kilowattstunde muss nicht eingekauft werden.

Häufige Fragen

Kommt die Strompreisbremse zurück?

Aktuell ist keine Neuauflage geplant. Solche Maßnahmen sind Kriseninstrumente - sie kämen am ehesten wieder, wenn die Großhandelspreise erneut stark ansteigen. Offizielle Informationen bündelt die E-Control.

Bekomme ich rückwirkend noch Geld aus der Bremse?

Nein. Die Entlastung wurde automatisch über die Stromrechnung gewährt und ist mit dem Auslaufen Ende 2024 abgeschlossen. Ein nachträglicher Antrag ist nicht möglich.