Windkraft in Österreich: Zahlen, Standorte und Bedeutung
- In Österreich stehen rund 1.450 Windkraftanlagen mit etwa 4.200 Megawatt Leistung - sie decken rund 16 Prozent des Stromverbrauchs.
- Der Ausbau konzentriert sich stark im Osten: Niederösterreich (über die Hälfte) und das Burgenland (rund ein Drittel) tragen den Löwenanteil.
- In Tirol, Vorarlberg und Salzburg dreht sich bisher kein einziges Windrad - Topografie, Genehmigungen und Akzeptanz bremsen den Westen.
- Für das 100-Prozent-Ökostrom-Ziel des EAG soll die Windkraft kräftig zulegen; private Kleinwindanlagen bleiben dagegen eine Nische.

Die tragende zweite Säule
Nach der Wasserkraft ist die Windkraft die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle Österreichs. Windräder erzeugen dann am meisten, wenn die Sonne wenig liefert - in den Herbst- und Wintermonaten und nachts. Damit ergänzen sich Wind und Photovoltaik ideal und bilden gemeinsam das Rückgrat der künftigen Stromversorgung.
Die Zahlen für Österreich
Aktuell drehen sich in Österreich rund 1.450 Windkraftanlagen mit etwa 4.200 Megawatt installierter Leistung. Zusammen decken sie rund 16 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs - Tendenz steigend. Moderne Anlagen sind dabei deutlich leistungsstärker als früher: Ein einzelnes großes Windrad kann heute mehrere tausend Haushalte mit Strom versorgen.
Wo die Windräder stehen
Die Windkraft ist in Österreich sehr ungleich verteilt - sie folgt dem Wind in den flachen, offenen Osten des Landes:
| Bundesland | Anlagen (ca.) | Leistung (ca.) |
|---|---|---|
| Niederösterreich | 830 | 2.320 MW |
| Burgenland | 446 | 1.490 MW |
| Steiermark | 121 | 320 MW |
| Oberösterreich | 31 | 50 MW |
| Kärnten | 10 | 27 MW |
Niederösterreich erzeugt damit mehr als die Hälfte der heimischen Windenergie, das Burgenland rund ein Drittel. In Tirol, Vorarlberg und Salzburg steht dagegen bisher kein einziges Windrad - die gebirgige Topografie, komplizierte Genehmigungen und regionale Widerstände bremsen den Ausbau im Westen.
Warum der Ausbau stockt - und weitergehen muss
Für das Ziel des Erneuerbare-Ausbau-Gesetzes - bis 2030 bilanziell 100 Prozent Ökostrom - soll die Windkraft um rund 10 Terawattstunden zulegen. Der Weg dahin ist aber zäh: lange Genehmigungsverfahren, Einsprüche und fehlende gewidmete Flächen verzögern viele Projekte. Dazu kommt, dass das Stromnetz dem Zubau hinterherhinkt - Windräder müssen zeitweise abgeregelt werden, weil das Netz die Leistung nicht aufnehmen kann. Der Ausbau der Netze und mehr Speicher sind deshalb ebenso wichtig wie neue Anlagen.
Und die kleine Windkraft fürs Eigenheim?
Private Kleinwindanlagen klingen verlockend, sind für das typische Eigenheim aber selten wirtschaftlich. Im bebauten Gebiet ist der Wind bodennah stark verwirbelt und schwach, die Erträge bleiben gering, und es kommen Genehmigungs- und Lärmfragen dazu. Für Privathaushalte ist eine Photovoltaikanlage in fast allen Fällen die deutlich bessere Investition. Kleinwind lohnt sich am ehesten an sehr windigen, freien Standorten - etwa in der Landwirtschaft.
Häufige Fragen
Wie viel Strom liefert ein modernes Windrad?
Das hängt von Größe und Standort ab. Eine moderne Anlage im windreichen Osten Österreichs erzeugt pro Jahr leicht mehrere Millionen Kilowattstunden - genug, um mehrere tausend Haushalte zu versorgen.
Warum gibt es im Westen Österreichs keine Windräder?
Die gebirgige Topografie bietet weniger geeignete, gut erreichbare Flächen, der Wind weht in Tälern unregelmäßiger, und Genehmigungen sowie regionale Akzeptanz sind schwieriger. Der Westen setzt stärker auf Wasserkraft und Photovoltaik.
Lohnt sich eine eigene Kleinwindanlage?
Für die meisten Eigenheime nicht. Im bebauten Umfeld ist der Wind zu schwach und verwirbelt, die Erträge sind gering. Eine PV-Anlage bringt in aller Regel deutlich mehr fürs gleiche Geld.