Stromverbrauch im Haushalt
- Ein österreichischer Haushalt verbraucht im Schnitt rund 3.500 Kilowattstunden im Jahr - die Spanne reicht von 1.300 bis über 4.800.
- Den größten Unterschied macht nicht die Personenzahl, sondern die Warmwasserbereitung: elektrisch erwärmtes Wasser hebt den Verbrauch um 500 bis 1.600 Kilowattstunden.
- Die größten Einzelposten sind Herd und Backofen mit rund 445, Kühl- und Gefriergeräte mit je rund 415 und die Beleuchtung mit rund 330 Kilowattstunden im Jahr.
- Rund 80 Prozent der Unterschiede zwischen Haushalten erklären sich über die Heizungsart - eine Wärmepumpe oder eine Elektroheizung verschiebt jede Durchschnittstabelle.

Der Durchschnitt und die Bandbreite
Ein österreichischer Haushalt verbraucht im Mittel rund 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr - erhoben wird das von der Statistik Austria im Energieeinsatz der Haushalte. Bei einem Preis von rund 29 Cent sind das etwa 1.015 Euro. Dieser Mittelwert sagt allerdings wenig über den einzelnen Haushalt, denn die Spanne reicht von 1.300 bis über 4.800 Kilowattstunden.
Der wichtigste Faktor ist dabei nicht die Personenzahl allein, sondern die Frage, ob das Warmwasser elektrisch erwärmt wird. Ein Elektroboiler hebt den Jahresverbrauch je nach Haushaltsgröße um 500 bis 1.600 Kilowattstunden - und ist damit oft der größte Einzelposten überhaupt.
| Haushalt | ohne elektrisches Warmwasser | mit elektrischem Warmwasser |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.300 - 1.500 kWh | 1.800 - 2.000 kWh |
| 2 Personen | 2.000 - 2.400 kWh | 2.800 - 3.100 kWh |
| 3 Personen | 2.500 - 2.900 kWh | 3.600 - 4.000 kWh |
| 4 Personen | 2.800 - 3.200 kWh | 4.000 - 4.800 kWh |
| jede weitere Person | + 600 kWh | + 1.200 kWh |
Auffällig ist, wie flach die Kurve mit steigender Personenzahl verläuft. Vom Ein- zum Vierpersonenhaushalt verdoppelt sich der Verbrauch nicht einmal, obwohl viermal so viele Menschen im Haus wohnen. Der Grund: Kühlschrank, Gefriertruhe, Router und Heizungspumpe laufen unabhängig davon, wie viele Personen da sind. Pro Kopf wird ein großer Haushalt also deutlich sparsamer - ein Singlehaushalt zahlt rund 1.400 Kilowattstunden für eine Person, eine vierköpfige Familie 3.000 für vier.
Was in Euro dahintersteht
Gerechnet mit 29 Cent je Kilowattstunde, also einem durchschnittlichen Tarif:
| Haushalt | Verbrauch | Stromkosten im Jahr |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.400 kWh | rund 405 Euro |
| 2 Personen | 2.200 kWh | rund 640 Euro |
| 3 Personen | 2.700 kWh | rund 785 Euro |
| 4 Personen | 3.000 kWh | rund 870 Euro |
| 4 Personen mit Elektroboiler | 4.400 kWh | rund 1.275 Euro |
Mit einem günstigen Wechseltarif von 21 bis 25 Cent fallen diese Beträge um gut ein Fünftel niedriger aus - der Anbieterwechsel ist damit oft wirksamer als monatelange Sparbemühungen beim Verbrauch. Was im eigenen Netzgebiet zu holen ist, zeigt der Tarifkalkulator der E-Control. Ein Detail am Rande: Der Sozialtarif nach dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz deckt 2.900 Kilowattstunden ab - genau die Größenordnung eines Dreipersonenhaushalts ohne elektrisches Warmwasser.
Wohin der Strom geht
Die Verteilung auf die einzelnen Geräte ist erstaunlich stabil - wie sich die Energiepreise dahinter bewegen, verfolgt die Österreichische Energieagentur im Energiepreisindex. Diese Werte gelten für einen typischen Haushalt, umgerechnet auf 29 Cent:
| Gerät | kWh im Jahr | Kosten im Jahr |
|---|---|---|
| Herd und Backofen | rund 445 | rund 129 Euro |
| Kühlschrank | rund 415 | rund 120 Euro |
| Gefriertruhe | rund 415 | rund 120 Euro |
| Beleuchtung | rund 330 | rund 96 Euro |
| Wäschetrockner | rund 325 | rund 94 Euro |
| Geschirrspüler | rund 245 | rund 71 Euro |
| Waschmaschine | rund 200 | rund 58 Euro |
Bemerkenswert ist, welche Geräte oben stehen. Es sind nicht die, die man laut hört, sondern die, die durchlaufen. Kühlschrank und Gefriertruhe brauchen einzeln fast so viel wie der Herd, obwohl niemand sie bewusst bedient. Ein zwanzig Jahre altes Gefriergerät im Keller kann für sich allein mehr ziehen als Waschmaschine und Geschirrspüler zusammen - und fällt trotzdem nie auf.
Warum manche Haushalte völlig aus dem Rahmen fallen
Rund 80 Prozent der Unterschiede zwischen Haushalten erklären sich über eine einzige Frage: womit geheizt und Warmwasser gemacht wird. Sobald Wärme über Strom läuft, verlieren alle Durchschnittstabellen ihre Aussagekraft:
- Eine Wärmepumpe braucht im Einfamilienhaus zusätzlich 3.000 bis 7.000 Kilowattstunden im Jahr - sie kann den Haushaltsverbrauch also verdoppeln bis verdreifachen.
- Eine Elektro-Direktheizung liegt noch einmal deutlich darüber, weil sie jede Kilowattstunde Strom eins zu eins in Wärme umsetzt statt drei- bis viermal so viel.
- Ein Elektroboiler schlägt mit mehreren hundert bis über tausend Kilowattstunden zu Buche; eine Brauchwasserwärmepumpe schafft dieselbe Wassermenge mit einem Drittel davon.
- Ein Elektroauto, das zu Hause geladen wird, kommt bei 15.000 Kilometern auf grob 2.500 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr.
Wer eines dieser Dinge im Haus hat, sollte sich nicht am Haushaltsdurchschnitt messen, sondern die Posten getrennt betrachten. Sonst wirkt ein völlig normaler Verbrauch alarmierend hoch.
Den eigenen Verbrauch auseinandernehmen
Bevor man spart, sollte man wissen, wo etwas zu holen ist. Zwei Werkzeuge reichen:
Der Smart Meter zeigt im Portal des Netzbetreibers den Verbrauch viertelstundenweise. Daraus lässt sich die Grundlast ablesen - der Wert, der auch nachts nie unterschritten wird. Ein guter Test: abends alles Bewusste abschalten und nachsehen, was übrig bleibt. Wer dabei bei 100 Watt Dauerlast landet, hat allein daraus rund 875 Kilowattstunden im Jahr, also gut 250 Euro - ohne dafür je ein Gerät eingeschaltet zu haben.
Für einzelne Geräte hilft ein Steckdosen-Messgerät. Besonders lohnend bei allem, was älter als zehn Jahre ist und permanent läuft. Welche Maßnahmen danach tatsächlich etwas bringen, steht im Ratgeber zu den Stromspartipps; wo sich Zeitsteuerung lohnt, im Beitrag zur Zeitschaltuhr.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Haushalt in Österreich im Schnitt?
Rund 3.500 Kilowattstunden im Jahr über alle Haushalte gerechnet. Bei 29 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 1.015 Euro. Die Spanne reicht von 1.300 Kilowattstunden im Singlehaushalt ohne elektrisches Warmwasser bis über 4.800 in einer vierköpfigen Familie mit Elektroboiler.
Wie viel verbraucht ein Zweipersonenhaushalt?
2.000 bis 2.400 Kilowattstunden im Jahr ohne elektrische Warmwasserbereitung, 2.800 bis 3.100 mit. Das entspricht bei 29 Cent etwa 580 bis 700 Euro beziehungsweise 810 bis 900 Euro.
Welches Gerät verbraucht am meisten Strom?
Herd und Backofen mit rund 445 Kilowattstunden im Jahr, dicht gefolgt von Kühlschrank und Gefriertruhe mit je rund 415. Kühl- und Gefriergeräte fallen besonders ins Gewicht, weil sie rund um die Uhr laufen.
Woran liegt es, wenn mein Verbrauch deutlich über dem Durchschnitt liegt?
Meist an der Heizung und am Warmwasser. Rund 80 Prozent der Unterschiede zwischen Haushalten erklären sich über die Heizungsart. Eine Wärmepumpe, eine Elektroheizung oder ein Elektroboiler verschieben den Jahreswert um Tausende Kilowattstunden.
Wie finde ich heraus, wohin mein Strom geht?
Über den Smart Meter im Portal des Netzbetreibers, wo der Verbrauch viertelstundenweise sichtbar wird, oder mit einem Steckdosen-Messgerät für einzelne Geräte. Ein Grundlastcheck hilft: Wer nachts alles abschaltet und trotzdem 100 Watt Dauerlast sieht, hat rund 875 Kilowattstunden im Jahr an versteckten Verbrauchern.
Verbraucht ein größerer Haushalt pro Person mehr?
Nein, deutlich weniger. Ein Singlehaushalt braucht rund 1.400 Kilowattstunden für eine Person, eine vierköpfige Familie rund 3.000 für vier. Kühlschrank, Router und Heizungspumpe laufen unabhängig von der Personenzahl.