Heizen

Wärmepumpe: Kosten und Stromverbrauch

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine schlüsselfertige Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus rund 18.000 bis 32.000 Euro, eine Erdwärmepumpe 28.000 bis 50.000 Euro - die Bohrung allein 8.000 bis 18.000 Euro.
  • Der Stromverbrauch liegt im Einfamilienhaus meist zwischen 3.000 und 7.000 Kilowattstunden im Jahr - er ergibt sich aus Heizenergiebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl.
  • Eine Jahresarbeitszahl von 3,5 statt 4,5 kostet bei 20.000 kWh Wärmebedarf rund 370 Euro im Jahr - die Zahl ist der wichtigste Kostenhebel.
  • Mit einem unterbrechbaren Wärmepumpentarif wird der Strom günstiger; Voraussetzung ist ein eigener Zähler, und der Netzbetreiber darf bis zu zwei Stunden am Stück abschalten.
Wärmepumpe: Kosten und Stromverbrauch

Was die Anschaffung kostet

Die Spanne ist groß, und sie hängt vor allem an einer Frage: woher die Wärme geholt wird. Für ein Einfamilienhaus mit 120 bis 180 Quadratmetern sind das die realistischen Größenordnungen, jeweils schlüsselfertig inklusive Einbau, Pufferspeicher und Inbetriebnahme:

BauartGesamtkostenDavon Erschließung
Luft-Wasser-Wärmepumpe18.000 - 32.000 Euroentfällt
Sole-Wasser (Erdwärme, Tiefenbohrung)28.000 - 50.000 Euro8.000 - 18.000 Euro

Die Bauarten unterscheiden sich nicht im Gerät, sondern in der Wärmequelle - der Verband Wärmepumpe Austria erklärt die Funktionsweise der einzelnen Typen. Die Luftwärmepumpe holt sich die Energie aus der Außenluft und braucht dafür nichts als einen Aufstellplatz. Bei der Erdwärmepumpe kommt die gesamte Erschließung dazu: Bohrung oder Flächenkollektor, Erdarbeiten, Genehmigung, Planung. Was die Bohrung konkret kostet, hängt an Bodenverhältnissen, Zufahrt und Grundstück - deshalb ist genau dieser Posten der mit der größten Streuung.

Von diesen Beträgen geht die Förderung ab. Über die Bundesförderung waren zuletzt bis zu 7.500 Euro für die Wärmepumpe möglich, plus 5.000 Euro Bohrbonus bei Sole-Wasser-Anlagen; die Bedingungen stehen im Detail beim Programm Kesseltausch. Dazu kommen die Landesförderungen. Für einkommensschwache Haushalte reicht die Unterstützung deutlich weiter.

Wann sich die teurere Erdwärme rechnet

Der Aufpreis von grob 10.000 bis 20.000 Euro will verdient werden - und zwar über eine höhere Effizienz. Eine Erdwärmepumpe arbeitet mit einer nahezu konstanten Quellentemperatur, während die Luftwärmepumpe genau dann am schlechtesten arbeitet, wenn am meisten Wärme gebraucht wird: bei Frost. Über das Jahr gerechnet liegt der Unterschied typischerweise bei etwa einer Einheit der Jahresarbeitszahl.

Was das wert ist, zeigt die Rechnung weiter unten: Bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf sind das rund 370 Euro im Jahr. Über zwanzig Jahre also etwa 7.400 Euro - genug, um einen moderaten Aufpreis zu tragen, aber nicht genug für jede Bohrung. Erdwärme lohnt sich vor allem dort, wo der Wärmebedarf hoch ist, die Bohrung günstig ausfällt und die Anlage lange laufen soll.

Wie viel Strom die Anlage braucht

Der Verbrauch lässt sich mit einer einzigen Formel abschätzen:

Stromverbrauch pro Jahr = Heizenergiebedarf pro Jahr geteilt durch die Jahresarbeitszahl

Im österreichischen Einfamilienhaus landet man damit meist zwischen 3.000 und 7.000 Kilowattstunden im Jahr. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist dabei die entscheidende Größe: Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht - inklusive Warmwasser, Pumpen und aller Verluste. Anders als der COP im Prospekt, der nur einen einzelnen Betriebspunkt beschreibt.

Als Zielwerte gelten mindestens 3,5 bei Luftwärmepumpen und mindestens 4 bei Erdwärme. In der Praxis liegen die real erreichten Werte für Heizung und Warmwasser gemeinsam zwischen 3 und 4,5.

HeizenergiebedarfJAZ 3,0JAZ 3,5JAZ 4,5
12.000 kWh (gut saniert)4.000 kWh3.430 kWh2.670 kWh
20.000 kWh (Durchschnitt)6.670 kWh5.710 kWh4.440 kWh
30.000 kWh (unsaniert)10.000 kWh8.570 kWh6.670 kWh

Was der Betrieb kostet

Rechnen wir das Mittelfeld durch: 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl 3,5, also 5.710 Kilowattstunden Strom. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 29 Cent ergibt das etwa 1.660 Euro im Jahr.

Zum Vergleich, dieselbe Wärmemenge mit anderen Systemen:

SystemJahreskosten für 20.000 kWh Wärme
Wärmepumpe (JAZ 3,5, 29 ct Strom)rund 1.660 Euro
Pellets (8,25 ct, 90 % Wirkungsgrad)rund 1.830 Euro
Erdgas (12 bis 15 ct, Brennwert)rund 2.500 bis 3.100 Euro

Gegenüber Gas spart die Wärmepumpe also ungefähr 1.000 bis 1.400 Euro im Jahr, gegenüber Pellets bewegt sie sich auf ähnlichem Niveau. Zwei Dinge verschieben das Bild weiter zu ihren Gunsten: der Wärmepumpentarif und eigener Solarstrom. Wer eine PV-Anlage hat, deckt zwar im Winter wenig ab, senkt aber die Warmwasserkosten im Sommer deutlich - und jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist mehr wert als eine eingespeiste.

Der Wärmepumpentarif

Österreichische Netzbetreiber bieten für Wärmepumpen einen vergünstigten Tarif für unterbrechbare Lieferung an. Die Gegenleistung: Der Netzbetreiber darf die Anlage in Spitzenlastzeiten bis zu zwei Stunden am Stück vom Netz nehmen, üblicherweise morgens und abends. Für die Raumtemperatur ist das unkritisch, weil Gebäude und Pufferspeicher die Pause überbrücken.

Voraussetzung ist ein eigener Zähler beziehungsweise Stromkreis für die Wärmepumpe. Wichtig: Der Antrag beim Netzbetreiber gehört vor den Einbau, weil die Verkabelung von Anfang an passen muss. Nachrüsten ist möglich, aber teurer.

Die Energiepreise dieser Tarife lagen im Mai 2026 zwischen 15,80 und 18,90 Cent je Kilowattstunde brutto, im Schnitt bei rund 17 Cent; gegenüberstellen lassen sie sich im Tarifkalkulator der E-Control. Wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt davon ab, womit man vergleicht - gegenüber einem Standardtarif liegt sie bei einem typischen Verbrauch im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr. Eine Alternative für alle, die ohnehin steuern wollen, sind dynamische Tarife: Dort lädt man den Pufferspeicher in den billigen Nachtstunden.

Was die Jahresarbeitszahl drückt - und was sie hebt

Der wirksamste Hebel ist nicht das Gerät, sondern das, was dahinter hängt. Drei Punkte entscheiden:

  • Die Vorlauftemperatur. Je kälter das Heizwasser sein darf, desto besser arbeitet die Wärmepumpe. Eine Flächenheizung mit 35 Grad ist deutlich günstiger als Heizkörper mit 55 Grad. Jedes Grad weniger Vorlauf bringt spürbar Effizienz.
  • Die Gebäudehülle. Sie bestimmt, wie viel Wärme überhaupt gebraucht wird - und ob die niedrige Vorlauftemperatur reicht. Deshalb gilt die Reihenfolge erst dämmen, dann tauschen.
  • Das Warmwasser. Es braucht ganzjährig 50 Grad und mehr und zieht die Jahresarbeitszahl nach unten - im Sommer läuft die Anlage praktisch nur dafür. In manchen Konstellationen ist eine separate Brauchwasserwärmepumpe die sparsamere Lösung.

Dazu kommt der hydraulische Abgleich: Ohne ihn laufen einzelne Räume mit unnötig hohem Vorlauf, was die gesamte Anlage nach unten zieht.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe in Österreich?

Eine schlüsselfertige Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus mit 120 bis 180 Quadratmetern kostet rund 18.000 bis 32.000 Euro inklusive Einbau, Pufferspeicher und Inbetriebnahme. Eine Erdwärmepumpe liegt bei 28.000 bis 50.000 Euro, weil die Erschließung dazukommt.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Im Einfamilienhaus meist 3.000 bis 7.000 Kilowattstunden. Die Rechnung ist einfach: Heizenergiebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Ein Haus mit 20.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,5 braucht rund 5.700 kWh Strom.

Was ist die Jahresarbeitszahl und welcher Wert ist gut?

Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht - inklusive Warmwasser und aller Verluste. Bei Luftwärmepumpen gilt mindestens 3,5 als Zielwert, bei Erdwärme mindestens 4. In der Praxis liegen die Werte zwischen 3 und 4,5.

Ist eine Wärmepumpe im Betrieb günstiger als eine Gasheizung?

Ja. Für 20.000 Kilowattstunden Wärme zahlt man mit einer Wärmepumpe bei Jahresarbeitszahl 3,5 und 29 Cent Strompreis rund 1.660 Euro, mit einer Gasheizung je nach Vertrag etwa 2.500 bis 3.100 Euro. Mit Wärmepumpentarif oder eigener Photovoltaik wird der Abstand größer.

Was ist ein Wärmepumpentarif?

Ein vergünstigter Stromtarif für unterbrechbare Lieferung. Voraussetzung ist ein eigener Zähler beziehungsweise Stromkreis, dafür darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe in Spitzenzeiten bis zu zwei Stunden am Stück abschalten. Die Energiepreise lagen im Mai 2026 zwischen 15,80 und 18,90 Cent je Kilowattstunde brutto.

Lohnt sich die teurere Erdwärmepumpe?

Sie bringt über das Jahr etwa eine Einheit mehr bei der Jahresarbeitszahl, was bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf rund 370 Euro im Jahr ausmacht. Bei hohem Wärmebedarf, günstigen Bohrverhältnissen und langer Nutzungsdauer trägt das den Aufpreis - sonst ist die Luftwärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl.