Gaspreise in Österreich
- Ein Referenzhaushalt mit 15.000 kWh zahlt mit einem aktuellen Tarif rund 1.800 bis 2.000 Euro im Jahr - etwa 12 bis 13 Cent je Kilowattstunde alles inklusive, im Altvertrag deutlich mehr.
- Der reine Energiepreis liegt bei Wechseltarifen bei rund 8 bis 12 Cent brutto; wer noch in einem Vertrag aus 2022 oder 2023 steckt, zahlt oft 13 bis 19 Cent.
- Grob die Hälfte der Rechnung ist Energie, je ein Viertel entfällt auf Netzentgelt und auf Steuern und Abgaben - nur den Energieteil ändert ein Anbieterwechsel.
- Die Gasnetzentgelte steigen 2026 um rund 18 Prozent, obwohl der Großhandelspreis gefallen ist - immer weniger Kunden tragen die fixen Netzkosten.

Was Gas derzeit kostet
Die E-Control rechnet mit einem Referenzhaushalt von 15.000 Kilowattstunden im Jahr - das entspricht einem gasbeheizten Einfamilienhaus und deckt sich mit dem, was die Statistik Austria zum Energieeinsatz der Haushalte erhebt. Ein solcher Haushalt zahlt mit einem aktuellen Tarif rund 1.800 bis 2.000 Euro pro Jahr, also etwa 12 bis 13 Cent je Kilowattstunde mit allem Drum und Dran. Wer noch in einem alten Vertrag steckt, liegt deutlich darüber - Durchschnittsbetrachtungen über alle laufenden Verträge landen deshalb eher bei rund 15 Cent.
Der reine Energiepreis, um den sich die Anbieter Konkurrenz machen, liegt bei aktuellen Wechseltarifen bei etwa 8 bis 12 Cent brutto. Der entscheidende Unterschied liegt aber woanders: Wer noch in einem Vertrag aus den Krisenjahren 2022 oder 2023 steckt, zahlt häufig 13 bis 19 Cent - für dieselbe Kilowattstunde. Bei 15.000 Kilowattstunden sind das mehrere hundert Euro Unterschied im Jahr, allein wegen des Abschlussdatums.
Woraus sich die Rechnung zusammensetzt
Wie beim Strompreis lohnt es sich, die Rechnung in ihre drei Blöcke zu zerlegen - denn nur einer davon ist verhandelbar:
| Block | Anteil | Beeinflussbar? |
|---|---|---|
| Energiepreis | rund 50 Prozent | ja, durch Anbieterwechsel |
| Netzentgelt | rund 25 Prozent | nein, von der E-Control reguliert |
| Steuern und Abgaben | rund 25 Prozent | nein, gesetzlich fixiert |
Im dritten Block stecken drei Posten. Die Erdgasabgabe beträgt 0,066 Euro je Kubikmeter, umgerechnet also rund 0,6 Cent je Kilowattstunde, und ist 2026 unverändert geblieben. Dazu kommt der CO2-Preis von derzeit 55 Euro je Tonne - die Fixpreisphase des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetzes läuft noch bis 31. Dezember 2026. Und obendrauf kommen 20 Prozent Umsatzsteuer, und zwar auf alles: auf Energie, Netzentgelt, Erdgasabgabe und CO2-Preis gleichermaßen.
Warum die Rechnung steigt, obwohl Gas billiger wird
Das ist der Punkt, der viele Haushalte 2026 irritiert. Im Großhandel ist Gas vergleichsweise günstig: Der Österreichische Gaspreisindex der Energieagentur lag im Juli 2026 bei 41,31 Euro je Megawattstunde, also rund 4,1 Cent je Kilowattstunde, und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Das ist der Preis, zu dem Lieferanten einkaufen - ein Drittel dessen, was am Ende auf der Rechnung steht.
Nach oben zieht dagegen das Netz. Die Gasnetzentgelte steigen 2026 um rund 18 Prozent, in Kärnten sogar um 35 Prozent. Der Mechanismus dahinter ist unangenehm logisch: Ein Gasnetz kostet fast gleich viel, egal wie viele daran hängen. Weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpe oder Fernwärme umsteigen, verteilen sich dieselben Fixkosten auf weniger Schultern. Wer bleibt, zahlt mehr - was den Ausstieg weiter beschleunigt.
Für die Gasrechnung heißt das: Selbst wenn der Energiepreis fällt, kann die Jahresrechnung steigen. Und die beiden nicht beeinflussbaren Blöcke werden über die Jahre tendenziell größer statt kleiner.
Was sich tun lässt
Drei Hebel gibt es, in dieser Reihenfolge der Wirksamkeit:
- Den Altvertrag prüfen. Das ist der schnellste und größte Effekt. Zwischen 19 Cent im Krisenvertrag und 9 Cent im aktuellen Wechseltarif liegen bei 15.000 Kilowattstunden rund 1.500 Euro im Jahr. Der Tarifkalkulator der E-Control listet die verfügbaren Angebote; Kündigungsfristen und eventuelle Bindungen sollte man vorher nachlesen.
- Den Verbrauch senken. Weil Netzentgelt und Abgaben großteils verbrauchsabhängig sind, wirkt jede eingesparte Kilowattstunde auf alle drei Blöcke. Eine bessere Gebäudehülle und ein hydraulischer Abgleich sind hier die substanziellen Maßnahmen.
- Das System wechseln. Der einzige Weg, das steigende Netzentgelt ganz loszuwerden. Was dafür spricht und was der Umstieg kostet, hängt stark vom Gebäude ab - die Perspektive für die Gasheizung selbst behandelt der Ratgeber zur Zukunft der Gasheizung.
Gas im Vergleich zu den Alternativen
Der Abstand zu den anderen Wärmequellen ist deutlich - und er ist der eigentliche Grund für die Abwanderung aus dem Gasnetz:
| Energieträger | Kosten je kWh | Bezug |
|---|---|---|
| Erdgas | rund 12 bis 15 Cent | Brennstoff, alles inklusive, je nach Vertrag |
| Pellets | rund 8 Cent | Brennstoff |
| Wärmepumpe | rund 8 Cent | Nutzwärme bei JAZ 3,5 und 29 Cent Strompreis |
Ein fairer Vergleich muss zwei Dinge berücksichtigen. Erstens den Wirkungsgrad: Ein Gas-Brennwertkessel setzt den Brennstoff sehr effizient um, aus 12 bis 13 Cent Brennstoff werden also nur unwesentlich mehr Nutzwärme-Cent. Zweitens die Investition: Die Wärmepumpe ist im Betrieb billiger, kostet in der Anschaffung aber ein Vielfaches einer Gastherme. Wer nur die laufenden Kosten vergleicht, rechnet die halbe Wahrheit.
Was die Rechnung über die Jahre dennoch kippt, sind die Trends: Der CO2-Preis ist bis Ende 2026 fixiert und wird danach über den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr neu geregelt, und die Netzentgelte steigen mit jedem Haushalt, der das Gasnetz verlässt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kilowattstunde Gas in Österreich?
Mit einem aktuellen Tarif rund 12 bis 13 Cent je Kilowattstunde, alles inklusive. Ein Referenzhaushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch zahlt damit etwa 1.800 bis 2.000 Euro. Über alle laufenden Verträge gemittelt liegt der Wert eher bei 15 Cent, weil viele Haushalte noch in teuren Altverträgen stecken.
Woraus setzt sich der Gaspreis zusammen?
Grob zur Hälfte aus dem Energiepreis, den der Lieferant festlegt, zu je einem Viertel aus dem regulierten Netzentgelt und aus Steuern und Abgaben. Dazu zählen die Erdgasabgabe von 0,066 Euro je Kubikmeter, der CO2-Preis von 55 Euro je Tonne und 20 Prozent Umsatzsteuer.
Warum steigt meine Gasrechnung, obwohl Gas im Großhandel billiger ist?
Weil der Großhandelspreis nur den Energieanteil betrifft. Die Netzentgelte steigen 2026 um rund 18 Prozent, weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpe oder Fernwärme umsteigen und die fixen Kosten des Gasnetzes auf weniger Kunden verteilt werden.
Lohnt sich ein Gasanbieterwechsel?
Vor allem für Bestandskunden mit einem Vertrag aus der Krisenzeit. Zwischen 13 bis 19 Cent im Altvertrag und 8 bis 12 Cent bei aktuellen Wechseltarifen liegen bei 15.000 kWh mehrere hundert Euro im Jahr - Netzentgelt und Abgaben bleiben davon aber unberührt.
Ist Heizen mit Gas teurer als mit Pellets oder einer Wärmepumpe?
Ja. Pellets liegen bei rund 8 Cent je Kilowattstunde Brennstoff, Gas je nach Vertrag bei 12 bis 15 Cent. Eine Wärmepumpe kommt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 und 29 Cent Strompreis auf etwa 8 Cent je Kilowattstunde Wärme.
Wie hoch ist der Gaspreis im Großhandel?
Der Österreichische Gaspreisindex der Energieagentur lag im Juli 2026 bei 41,31 Euro je Megawattstunde, also rund 4,1 Cent je Kilowattstunde, und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Das ist der Einkaufspreis der Lieferanten, nicht der Haushaltspreis.